TV-Duell: Letzte Debatte vor wichtigen US-Vorwahlen

Touche - Obama pariert Clintons Attacken

In der letzten Fernsehdebatte vor den möglicherweise entscheidenden Vorwahlen in Texas und Ohio haben sich die demokratischen US-Präsidentschaftsbewerber Hillary Clinton und Barack Obama ihren bisher heftigsten Schlagabtausch geliefert.

Washington. Immer wieder griff Clinton ihren im Rennen führenden Kontrahenten an und stellte seine Geradlinigkeit und Kompetenz in wichtigen Punkten wie einer Gesundheitsreform infrage. Entgegen den Erwartungen vieler Experten verzichteten aber sowohl die Ex-First Lady als auch der Senator aus Illinois in der Diskussion in Cleveland (Ohio) auf persönliche Attacken und blieben im Ton höflich.

Die meisten US-Medien gaben am Mittwoch Obama die besseren Noten. Alle stimmten darin überein, dass es Clinton in der Debatte nicht gelungen sei, Obama einen Schlag zuzufügen, der seinen Siegeszug in Richtung Nominierung stoppen könnte. So sahen auch die "Washington Post" und die "New York Times" keine Anhaltspunkte für eine Wende. Unter anderem wurde herausgestellt, dass die New Yorker Senatorin angespannt und gestresst gewirkt habe. Es sei ihr nicht gelungen, Obama aus der Ruhe zu bringen.

Nach einer Serie von elf Vorwahlsiegen in Folge hatte Obama die Favoritenrolle im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur erobert. Clinton muss nach übereinstimmendem Urteil von Experten am 4. März in Ohio und Texas klar gewinnen, um weiter Chancen auf die Nominierung zu haben. Auch ihr Ehemann, Ex-Präsident Bill Clinton, hatte vor kurzem eingeräumt, dass sie Siege in beiden Staaten benötige. Nach jüngsten Umfragen kurz vor der Debatte lag Obama in Texas knapp in Führung. In Ohio hat sich Clintons Vorsprung auf etwa zehn Prozentpunkte verringert.

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Vor diesem Hintergrund galt die Fernsehdebatte für die Senatorin als besonders wichtig. Am vergangenen Wochenende hatte Clinton ihren Ton gegenüber Obama massiv verschärft und Äußerungen ihres Rivalen zu ihrem Gesundheitsreform-Programm mit den Worten kommentiert: "Schande über Sie, Barack Obama".

In der 20. und möglicherweise letzten Fernsehdebatte des demokratischen Vorwahlkampfes warf Clinton (60) ihrem Kontrahenten erneut Tatsachenverdrehungen vor und hielt ihm vor, dass er außenpolitisch unerfahren sei. Sie beklagte sich zudem darüber, dass Obama von den Medien bevorzugt werde. Der 46-Jährige seinerseits warf Clinton erneut einen Zickzackkurs in der Frage des US-Freihandelsabkommens mit Mexiko und Kanada (Nafta) vor und stellte ihr eigenes außenpolitisches Urteilsvermögen infrage. Als Beispiel nannte er Clintons früheres Votum im Senat für einen Irakkrieg.

Clinton, jetzt eine entschiedene Kriegskritikerin, hatte ihre damalige Entscheidung bisher nie öffentlich klar als Fehler bezeichnet. In der Debatte machte sie nun erstmals ein indirektes Eingeständnis. Sie sagte, sie würde ihre Zustimmung zurücknehmen, wenn dies möglich wäre. "Ich würde so nicht wieder entscheiden", erklärte Clinton. "Ich bedauere zutiefst, dass Präsident Bush einen Präventivkrieg angefangen hat."