Kämpfe: im Gazastreifen

Wieczorek-Zeul ruft zu Ende der Gewalt in Nahost auf

Bei einer neuen Welle der Gewalt sind am Mittwoch im Gazastreifen und der israelischen Grenzstadt Sderot mindestens neun Palästinenser und ein israelischer Student getötet worden.

Jerusalem. Bei einer neuen Welle der Gewalt sind am Mittwoch im Gazastreifen und der israelischen Grenzstadt Sderot mindestens neun Palästinenser und ein israelischer Student getötet worden. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, die sich zur Zeit in der Region aufhält, rief Israel und die Palästinenser zu einem Ende der Gewalt auf. "Gewalt ist keine Antwort", sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch in Jerusalem. Wieczorek-Zeul forderte beide Konfliktparteien auf, ihre Verpflichtungen aus dem Nahost-Friedensplan umzusetzen.

Die israelische Luftwaffe hatte am Mittwoch mit zwei Raketenangriffen insgesamt sieben Hamas-Kämpfer im Gazastreifen getötet. Eine israelische Militärsprecherin sprach von einer Reaktion auf den fortwährenden Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen. Nach palästinensischen Angaben wurde in der Nacht zum Mittwoch auch ein Mitglied der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Heiliger Krieg getötet. Bei einem israelischen Armee-Einsatz in Nablus im Westjordanland kam nach palästinensischen Angaben ein weiterer Palästinenser ums Leben.

Kämpfer des militanten Armes der Hamas-Organisation feuerten am Mittwochnachmittag innerhalb von zwei Stunden 33 Kassam-Raketen aus dem Gazastreifen auf israelische Grenzstädte ab. Dabei kam nach Angaben von Polizeisprecher Mickey Rosenfeld ein Student ums Leben. Der junge Mann habe in seinem Auto auf einem Parkplatz des Sapir-College in Sderot gesessen, als in unmittelbarer Nähe eine Rakete explodiert sei. Die Splitter der Rakete hätten wahrscheinlich zu den tödlichen Verletzungen geführt. Zwei weitere Raketen trafen den Angaben zufolge ein Haus in Sderot sowie eine Fabrikhalle. Sieben Personen seien mit leichten Verletzungen und Schockzuständen in ein Krankenhaus gebracht worden.

In einer Reaktion des Büros von Ministerpräsident Ehud Olmert heißt es, Israel werde alle zur Verfügung stehenden Mittel ergreifen und alle Gelegenheiten nutzen, um den mörderischen Beschuss mit Kassam-Raketen zu beenden. Israel sei entschlossen, seine Bürger zu verteidigen.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas warf der radikal-islamischen Hamas vor, sie habe ein Bündnis mit dem Terrornetzwerk Al Kaida von Osama bin Laden geschmiedet. In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der arabischen Zeitung "Al-Hayat" erklärte Abbas: "Ich bin überzeugt, dass Al Kaida inzwischen in den palästinensischen Gebieten Fuß gefasst hat, vor allem in Gaza, und die Hamas hat dies zu verantworten."

Hamas wies die Vorwürfe umgehend zurück. Abbas liefere Israel einen Vorwand, den Gazastreifen anzugreifen und die Wirtschaftssanktionen zu verschärfen, heißt es in einer Erklärung der von Hamas geführten Innenbehörde des Gazastreifens. Hamas warf Abbas in diesem Zusammenhang eine gezielte Medienkampagne vor. Deren Ziel sei es, die Sicherheit im Gazastreifen zu schwächen.