Umwelt

Gazprom will Gift in die Ostsee pumpen

Energiekonzern will Pipeline mit Gift spülen. Abwasser würde in der Ostsee landen.

Berlin. Die geplante deutsch-russische Ostseepipeline könnte nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" schwerwiegende Folgen für die Umwelt haben. Das vom russischen Energiekonzern Gazprom geführte Nord-Stream-Konsortium erwäge, die Pipeline vor ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2011 mit 2,3 Milliarden Liter einer Lösung aus giftigem Glutaraldehyd zu spülen, berichtete das Magazin am Sonnabend vorab. Das Abwasser solle anschließend in die Ostsee gepumpt werden. Die Grünen forderten Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder auf, in seiner Funktion als Aufsichtsratsmitglied der Pipeline-Gesellschaft das Vorhaben zu verhindern.

Das Vorhaben von Gazprom sei den deutschen Behörden grundsätzlich bekannt, zitiert der "Spiegel" aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Sylvia Kotting-Uhl. Glutaraldehyd werde als Bakterien-Killer verwendet und habe insbesondere auf Wasserorganismen eine stark giftige Wirkung, hieß es in dem Bericht weiter. Nord-Stream wolle die Chemikalie verwenden, um die Pipeline-Innenseiten zu säubern. Die Einleitung von Glutaraldehyd werde dann in ein ohnehin schon besonders empfindliches und gefährdetes Ökosystem erfolgen. Allerdings prüfe Nord-Stream auch Alternativen zur Giftlauge.

Im Aufsichtsgremium des Pipeline-Konsortiums sitzt neben Vertretern des Energiekonzerns E.on und des Chemieriesen BASF auch Ex-Kanzler Schröder. Der frühere Bundeskanzler "darf nicht zu Gunsten seines eigenen Profits bei Gazprom die ökologische Zerstörung der Ostsee betreibt. Er muss das sofort verhindern oder den Aufsichtsrat verlassen", verlangte die Grünen-Europaabgeordnete Angelika Beer.