PKK droht mit Angriffen

Im Rahmen der türkischen Bodenoffensive gegen kurdische Kämpfer im Irak haben nach Angaben der Regierung in Bagdad weniger als 1000 türkische Soldaten die Grenze überschritten. Die PKK droht mit Angriffen in türkischen Städten.

Die türkischen Kommandeure hätten der irakischen Regierung versichert, dass es sich um eine begrenzte Aktion handele und sie nicht gegen "gewisse Standards, die sie festgelegt haben", verstoßen werde, sagte Regierungssprecher Ali al Dabbagh am Sonnabend. Türkischen Militärkreisen zufolge sind zwei Brigaden mit ungefähr 8000 Soldaten im Nordirak im Einsatz, al Dabbagh spricht von weit weniger Soldaten.

Militäraktionen lösten das PKK-Problem nicht, sagte al Dabbagh. Die Türkei habe sich bereits in der Vergangenheit für militärische Optionen entschieden, doch habe dies noch nie ein positives Ergebnis gebracht. "Wir wissen, dass sie unter der terroristischen PKK-Organisation leiden", doch müsse dies anders gelöst werden, sagte der irakische Regierungssprecher.

Rebellen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) haben derweil mit Angriffen in der Türkei gedroht. Sollte Ankara seine Offensive im Nordirak fortsetzen, werde die PKK "Guerilla"-Aktionen in türkischen Städten vornehmen und damit den Schauplatz der Kämpfe ins Innere der Türkei verlegen, sagte PKK-Sprecher Ahmad Danis. Zivilisten würden dabei verschont.

Die USA erklärten unterdessen ihre Unterstützung für die türkische Offensive gegen kurdische Kämpfer im Norden Iraks. Die PKK sei der gemeinsame Feind der USA und der Türkei, sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice am Freitagabend in Washington. Sie sei auch ein Feind des irakischen Volkes. Rice forderte die Türkei jedoch auf, bei ihrem Vorgehen die Lage im Irak nicht zu destabilisieren.

Mit Unterstützung von Kampfhubschraubern drangen türkische Truppen in den Norden Iraks ein und griffen die in einem Grenzstreifen von drei bis vier Kilometern gelegenen Stellungen kurdischer Kämpfer an. Nach türkischen Fernsehberichten befinden sich etwa 2.000 türkische Soldaten im Nordirak. Schwerpunkt der Offensive ist eine Region, die rund 100 Kilometer östlich der türkischen Stadt Cizre liegt.

Ankara wirft der autonomen kurdischen Regierung im Nordirak vor, nicht ausreichend gegen die PKK-Rebellen vorzugehen, welche die Grenzregion als Rückzugsgebiet für ihren Kampf gegen die Regierung in Ankara nutzen.

Bei Gefechten im Rahmen der türkischen Bodenoffensive im Nordirak sind nach Militärangaben am Sonnabend 35 kurdische Rebellen und zwei Soldaten getötet worden. Die türkischen Streitkräfte gaben die Zahl der getöteten Guerillakämpfer seit Donnerstagabend somit mit mindestens 79 an. In den eigenen Reihen seien sieben Soldaten ums Leben gekommen. Ein PKK-Sprecher nannte die Zahl von zwei getöteten und acht verletzten türkischen Soldaten.