Flensburg: internationaler Rauschgifthandel

Drogenring zerschlagen

Eineinhalb Jahre lang ermittelten die Fahnder Hand in Hand mit Kollegen aus Schweden und der Türkei. Zusammen stellten sie Drogen mit einem Marktwert von rund 1,8 Millionen Euro sicher und erließen 16 Haftbefehle.

Flensburg. Norddeutsche Rauschgiftfahnder haben einen international organisierten Dealerring zerschlagen, teilte die Kriminalpolizei in Flensburg am Donnerstag mit.

Insgesamt beschlagnahmten die Beamten in drei Ländern 83,5 Kilogramm Heroin und 40 000 Ecstasy-Tabletten. Im Laufe der langen Ermittlungen wurden gegen 16 Tatverdächtige Haftbefehle erlassen, darunter zwei in Schweden, fünf in der Türkei und neun in Deutschland. Einige Beschuldigte seien bereits rechtskräftig verurteilt. Ausgangspunkt für alle Ermittlungen war Flensburg, sagte Kriminalhauptkommissar Sönke Büschenfeld.

"Die Festnahme eines 28-jährigen Hauptverdächtigen aus Bad Bramstedt und eines Komplizen am 19. Februar in Flensburg und Kiel ist der vorläufige Schlussstrich dieses umfangreichen Ermittlungskomplexes", berichtete Büschenfeld. Hierbei wurden allein 3,5 Kilogramm Heroin sicher gestellt. "Wir haben ein ganzes Netzwerk aufgedeckt, wobei sich die Täter durch einzelne Festnahmen im Laufe der Zeit nicht abschrecken ließen."

Ein herausragender Erfolg gelang aufgrund der guten Zusammenarbeit den türkischen Fahndern im August 2007, als 75 Kilogramm Heroin und 40 000 Ecstasy-Tabletten im Gesamtwert von 1,6 Millionen Euro aus der Türkei geschmuggelt werden sollten. Im Laufe der weiteren Ermittlungen wurden 0,5 Kilogramm Heroin in Schweden und 8 Kilogramm in Deutschland sichergestellt. Die Drogen stammten alle aus der Türkei. Einer der Lieferwege ging über die Niederlande nach Norddeutschland oder Schweden.

Das Besondere an diesem Fahndungserfolg ist nach Aussage des Flensburger Oberstaatsanwalts Otto Gosch, dass die Ermittlungsarbeit über einen so langen Zeitraum gelungen ist. Es seien mindestens vier Staatsanwaltschaften beteiligt gewesen. Die Hauptbeschuldigten seien überwiegend türkischer Nationalität, hieß es. Die in Deutschland gefassten mutmaßlichen Täter stammten unter anderem aus Flensburg, Kiel, Bad Bramstedt, Hamburg und Nordenham (Niedersachsen).