Steueraffäre: Zeitungsbericht

Hinweise auf Verwicklung deutscher Banken

Die im Verdacht stehenden Geldinstitute sollen liechtensteinische Stiftungen verwaltet und Kunden gezielt zu diesem Thema beraten haben.

München. Insgesamt soll es sich um etwa 50 Stiftungen handeln, auf deren Konten hohe Millionenbeträge lagerten, schrieb die "Süddeutsche Zeitung". Dem Bericht zufolge haben Ermittler Indizien gefunden, dass deutsche Privatbanken und Kredithäuser diese Stiftungen verwaltet haben. Zudem sollen Kredithäuser Kunden gezielt zum Thema Liechtenstein-Stiftungen beraten haben. In einigen Fällen soll unter Codewörtern auch Geld auf liechtensteinische Konten überwiesen worden sein, schrieb das Blatt.

Unter Berufung auf Fahnderkreise berichtete die "SZ" weiter, die Steuergroßfahndung werde in den kommenden Wochen intensiviert. So sollten die bislang nur punktuell im Ruhrgebiet vorgenommenen Durchsuchungen ausgeweitet werden. Einige Betroffene müssen dem Bericht zufolge mit Haftstrafen ohne Bewährung rechnen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Ermittler schrieb, ist das Beweismaterial so erdrückend, dass sie nicht auf eine Mithilfe der Verdächtigen angewiesen sind. Eine Kooperation würde sich strafmildernd auswirken.

Im ersten großen Verfahren um Schwarzgeld in Liechtenstein 1999 wurden in der Regel nur hohe Geldbußen verhängt. In nur einem Fall gab es dem Bericht zufolge damals eine zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe. "Wir waren damals auf die Mitwirkung der Beschuldigten angewiesen", sagte ein Ermittler laut "SZ". "Das brauchen wir diesmal nicht. Wir haben alles."