Leserbriefe zu TV-Duell

Leserbriefe zum TV-Duell

Lesedauer: 6 Minuten

Parteilich Schade, ich habe nicht alles gesehen aber doch den Eindruck, dass der Moderator seine Parteirichtung nicht verbergen konnte. Deshalb lieber zwei Moderatoren mit unterschiedlicher Vorliebe. Dann dürfte v. Beust auch ungestört sprechen und würde nicht " abgewürgt " oder durch die grüne und rote Unsitte durch " ungefragtes Dazwischenquatschen " schwerer verständlich. Aber das Ganze war eine Vorstellung ohne Emotionen, büschen lahm.

Dieter Schlenz Oststeinbek

Gegen die Uhr Da wird ein ruhig und besonnen sprechender Michael Naumann im Fernsehduell von der Regie genötigt, vor dem tickenden Zeiger der Studiouhr sein gesamtes Wahlprogramm in wenigen Sekunden wie ein Fischmarktschreier runterzurattern. Und das, nachdem er sein Programm gerade ausführlich dargelegt hat.

Welch ein Unsinn und welche Tortur für jemand, der seine Worte wägt !

Der NDR sollte künftig diesen Teil der sonst guten und auch gut geleiteten Sendung streichen.

Eberhard Mencke Bad Zwischenahn

Keine Maschinen

Schalke wurde 2001 in zwei Minuten Meister der Herzen und zerrt noch heute vom Sympathiebonus. Selbst den Bayern flog für das in zwei Minuten verlorene Champions League-Finale viel Sympathie zu. Naumann hat gestern gezeigt, dass Politiker auch Menschen sind und keine geölten Maschinen. Er ist in meinen Augen der moralische Sieger des Duells.

Stefan Gatzke Hamburg

Hamburg erfunden? Sehr geehrtes Hamburger Abendblatt

Ich habe das Rededuell, Von Beust - Naumann im NDR3 verfolgt und bin nicht damit einverstanden, dass Ole von Beust immer so tut, als hätte er Hamburg erfunden. Er verweist immer auf seine wirtschaftlichen Erfolge. Die Vorraussetzungen der Erfolge waren aber lange bevor er Bürgermeister wurde, vorhanden. Er hat diese nur noch verwaltet.

Zum Beispiel: Der Hafenausbau, auf den er sich gerne beruft, war schon mit der Erweiterung Altenwerders vorhanden. Weiter die Airbusindustrie, die Hafencity von Voscherau angekurbelt. Der Flughafen in Fuhlsbüttel, als er Bürgermeister wurde war der Terminal, jetzt (1) fertig, die Europassage in der Planung, die Colorline-Arena mit tatkräftiger Hilfe von Thomas Mirrow in Bau. Hat er das alles vergessen, oder setzt er auf die Dummheit und Vergeßlichkeit der Hamburger?

Hans-Georg Trumpfheller Hamburg

Gewonnen Für mich hat Naumann gestern an Statur gewonnen. Andere wären an dieser Szene zerbrochen. Er hat sich gefangen, er konnte sein Statement zu Ende bringen und hat am Ende das Studio mit aufrechtem Haupt verlassen. Ich wünsche ihm die Sympathien, die er verdient hat.

Hansjörg Schmidt Hamburg

Nicht authentisch Auch wenn ich Herrn Naumann persönlich für integer halte, ist er in seiner Rolle als SPD Spitzenkandidat für mich nicht authentisch. Wiederholt versucht er einen Spagat zwischen dem was die Partei ihm "vorschreibt" und was er persönlich für richtig hält. Dadurch wirkt seine Argumentation auswendig gelernt und nur vorgetragen. Sein "Hänger" im Schlusswort bei der TV Sendung unterstreicht dies einmal mehr.

Selbst wenn Naumann 1. Bürgermeister werden sollte, gehe ich fest davon aus, dass er die Leglislaturperiode nicht überstehen wird. Die gleichen Genossen, die schon Petersen mit ungesetzlichen Mitteln als Kandidaten verhindert haben, werden auch Naumann schnell zu Fall bringen. Beispiele gibt es in der SPD dafür genügend, auch hier in Hamburg !

Was dann bleibt, wird der gleiche Murks, wie er vor von Beust hier in Hamburg stattfand.

Dierk Kallies Hamburg

Schulpolitik Naumann machte klar, dass beim Thema Schulpolitik einiges im Argen liegt. Etwa mit durchschnittlichen Klassenstärken, die weit über dem Bundesschnitt liegen. Da gibt es wenig zu beschönigen. Beim Thema Haushalt bleibt Verwirrung. Die CDU spricht hier mit vielen Stimmen und von Beust ist nur eine davon. Wem soll man sein Vertrauen schenken? Mein Fazit: Michael Naumann.

Sven Heinke Hamburg

Um 11 ins Bett? Ich frage mich ernsthaft nach dem Sinn von solchen Kandidatenduellen. Da stürzen sich alle auf die letzte Minute, in der Naumann nicht so souverän wirkte. Im selben Duell meinte der Amtsinhaber, dass er im Wahlkampf stets gut ausgeschlafen sei ("um 11 ins Bett"). Beim Herausforderer geht der Wahlkampf bis spät in den Abend. Also: Was soll die Aufregung?

Silvia van Tarten Hamburg

Menschlicher Für mich ist Naumann eindeutig der Sieger des TV-Duells. Er konnte als einziger Inhaltlich punkten, und auf von Beusts oberflächliche Phrasen gekonnt kontern. Von Beust hat wieder einmal gezeigt, wie geschliffen und aalglatt er sich zu präsentieren versteht - Inhaltlich kam leider nichts von der Union. Meine Kreuze gehören spätestens jetzt der SPD. Naumanns kleiner Patzer zum Schluss hätte jedem passieren können, das macht ihn menschlicher.

Leonie Kusch Hamburg

Abgehoben Ole von Beust wirkte auf mich überraschenderweise recht abgehoben. Er blieb bei Allgemeinplätzen wie "Hamburg boomt". Michael Naumann hat dagegen sehr konkrete Vorstellungen in der Sozial- und Bildungspolitik dargelegt. Er wirkte näher an den Menschen. Man gemerkt, dass er in den letzten Monaten durch die Stadt getourt ist und sich ein Bild von den Bedürfnissen der Hamburger gemacht hat.

Petra Beckendorf Hamburg

Überzeugender Die überzeugenderen Aussagen hat für mich Michael Naumann gemacht. Er hat klar Stellung zu Themen wie Bildung und soziale Gerechtigkeit bezogen. Ole von Beust ist oft im Ungefähren geblieben. Das Statement am Ende war von beiden auswendig gelernt. Ob nun einer dies besser vortragen kann als der andere, ist für mich nicht wahlentscheident.

Dr. Sven Brassen Hamburg