Fahnder bei Berenberg Bank

Im Zuge der bundesweiten Ermittlungen gegen Steuerhinterzieher haben Fahnder am Dienstag auch die Berenberg Bank in Hamburg aufgesucht. Die Steuerfahnder hätten sich rund zehn Minuten in der Bank aufgehalten, sagte ein Sprecher des Instituts.

Die Ermittlungen hätten sich nicht gegen die Bank gerichtet. Die traditionsreiche Privatbank besteht seit mehr als 400 Jahren in Hamburg und hat sich auf Vermögensverwaltung für wohlhabende Kunden spezialisiert. Mit mehr als 700 Mitarbeitern betreut die Bank für private und institutionelle Kunden rund 19 Milliarden Euro Vermögen.

Einem Zeitungsbericht zufolge ging inzwischen bei der Staatsanwaltschaft Lübeck die erste Selbstanzeige ein. Wie die "Lübecker Nachrichten" in ihrer Mittwoch-Ausgabe schreiben, handele es sich um eine Travemünderin, die Anlagen in Liechtenstein getätigt habe. Das Blatt bezieht sich auf Angaben des Leiters der Abteilung für Wirtschaftsstrafsachen, Oberstaatsanwalt Werner Spohr. Der Deutschen Presse-Agentur dpa sagte Spohr, nach ersten Erkenntnissen gehe es bei der Selbstanzeige der Frau nicht um Geldanlagen in Stiftungen. Sie habe vielmehr bei einer Liechtensteiner Bank Geld in Wertpapieren angelegt und die Zinsen daraus nicht ordnungsgemäß versteuert. Zum Namen der Bank und zur Größenordnung der möglichen Steuerhinterziehung machte Spohr keine Angaben.

Die "Lübecker Nachrichten" schreiben weiter, dass es bereits am Montag im Zuständigkeitsbereich der Steuerfahndung Elmshorn (Kreise Pinneberg, Steinburg, Dithmarschen) eine weitere Razzia gegen einen Steuersünder gegeben habe. Die erste Durchsuchung im Norden unter Federführung der Staatsanwaltschaft Bochum hatte die Steuerfahndung Lübeck am Montag im Kreis Stormarn vorgenommen.

Ein Sprecher der Hamburger Finanzbehörde wollte sich am Dienstag nicht zum Stand der Ermittlungen und weiteren Aktionen in Hamburg äußern. Dies sei Sache der Staatsanwaltschaft Bochum. Am Montag hatte die Behörde in Hamburg von vier Selbstanzeigen berichtet.

( lno )