Angst vor Gewalt:

Wahlen in Pakistan haben begonnen

Rund 81 Millionen Wahlberechtigte sind aufgefordert, ihre Stimme abzugeben. Als Favorit gilt die Pakistanische Volkspartei (PPP) der vor knapp acht Wochen ermordeten Oppositionsführerin Benazir Bhutto.

Islamabad. Überschattet von zahlreichen Bombendrohungen haben in Pakistan die Parlamentswahlen begonnen. Umfragen zufolge muss die regierende Pakistanische Muslim-Liga (Quaid), die den umstrittenen Präsidenten Pervez Musharraf unterstützt, mit schweren Stimmeneinbußen rechnen.

Trotz strengster Sicherheitsvorkehrungen verlief der Urnengang zunächst schleppend. "Das ist vor allem eine Folge von Bombendrohungen", sagte eine für die Wahlen zuständige Beamtin in der Garnisonsstadt Rawalpindi. Am späten Sonntagabend hatten Extremisten einen Oppositionskandidaten ermordet. Islamische Militante sprengten am Morgen ein Wahllokal im Swat-Tal in die Luft. In der Nähe eines anderen Wahllokals in Inayat Kili in den pakistanischen Stammesgebieten detonierte ein Sprengsatz. Nach Angaben des Fernsehsenders Dawn News wurde dabei niemand verletzt.

In den Stammesgebieten hatten Extremisten zahlreiche Anschläge angedroht. In anderen Teilen hielten Stammesältere Frauen vom Wählen ab. Wenige Stunden vor dem Wahlkampfende hatte am Samstag ein Selbstmordattentäter bei einer Kundgebung im Grenzgebiet zu Afghanistan 40 Menschen getötet. Die EU hat Wahlbeobachter entsandt. Mehr als 80 000 Soldaten unterstützen die Polizei bei der Sicherung der Wahl.

( dpa/abendblatt.de )