Asklepios-Rückkehrer: Ver.di empört:

Nur 6,25 Prozent bekamen Job-Angebot

Bislang habe der Senat den insgesamt rund 2400 Rückkehrern der Asklepios-Kliniken und von Pflegen & Wohnen lediglich 150 städtische Arbeitsplätze angeboten, sagte Ver.di-Landesleiter Wolfgang Rose.

Hamburg. "Nach unserer Auffassung ist das Versprechen, für die Rückkehrer zu sorgen, gebrochen worden", sagte Rose am Montag in Hamburg. "Das halten wir für einen kleinen Skandal." Der Hamburger Ver.di-Chef forderte einen Stopp der Privatisierungspolitik, die ohnehin nur "Strohfeuereffekte" im Haushalt bewirke.

Der Senat unter Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hatte die Mehrheit am Landesbetrieb Krankenhäuser (LBK) Anfang 2007 an Asklepios verkauft. Den Beschäftigten war bis Sommer 2007 das Sonderrecht eingeräumt worden, in den Staatsdienst zurückzukehren. Davon hatten etwa 2000 Mitarbeiter Gebrauch gemacht. Bei Pflegen & Wohnen nutzten rund 350 Beschäftigte das Rückkehrrecht.

Ver.di wirft dem Senat vor, ein "Privatisierungs-Fiasko" zu hinterlassen und warnt vor einem Verkauf von Teilen des Universitätskrankenhauses Eppendorf (UKE). Der "Rückkehrer-Haushalt" belaste Hamburgs Haushalt jährlich mit zusätzlich 90 Millionen Euro. "Das ist eine unverantwortliche Sozialpolitik", sagte Rose. Dass bei Pflegen & Wohnen 350 von 1600 Mitarbeitern wechseln wollten, sei der "Offenbarungseid der Privatisierungspolitik des Senats".

Rose kritisierte zudem, dass 120 Rückkehrer mit ausländisch klingenden Namen zu einem "Sprachtest" gebeten wurden, der Textanalysen fordere sowie Verwaltungswissen, Gemeinschaftskunde oder interkulturelles Wissen abfrage. Dies sei eine weitere Demütigung und Diskriminierung. Nach Ansicht von Ver.di werden die Rückkehrer auch tariflich benachteiligt und ihre Mitbestimmungsrechte ausgehebelt.

( dpa, abendblatt.de )