Tarifstreit: acht Prozent mehr Lohn gefordert

Warnstreiks im öffentlichen Dienst

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Ob in Krankenhäusern, bei der Müllabfuhr oder in Kindergärten: Deutschlandweit legten Beschäftigte ihre Arbeit nieder.

Völklingen. Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen haben heute mehrere tausend Beschäftigte bei Warnstreiks die Arbeit niedergelegt. Betroffen waren nach Angaben regionaler Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di vor allem Krankenhäuser, Kindergärten sowie Einrichtungen der Altenpflege und Verkehrsbetriebe. Die Versorgung von Patienten in Krankenhäusern sei nicht gefährdet. Die Warnstreiks dauerten einige Stunden oder auch den ganzen Tag. Sie sollen in den nächsten Tagen fortgesetzt werden.

Die Gewerkschaften wollen damit den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. In bisher drei Verhandlungsrunden gab es keine Annäherung. Ver.di und die dbb Tarifunion verlangen für die 1,3 Millionen Tarifangestellten des Bundes und der Kommunen acht Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro. Die Arbeitgeber boten für zwei Jahre und verteilt auf drei Schritte 5 Prozent bei gleichzeitiger Verlängerung der Arbeitszeit an. Ein Prozentpunkt soll zudem in den Ausbau der Leistungsbezahlung gehen. Die Gewerkschaften wiesen das Angebot als Lohnsenkungsprogramm zurück. Am 25. Februar kommen die Tarifpartner wieder zu Verhandlungen zusammen.

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, sagte im RBB-Inforadio, er vermisse die Bereitschaft der Arbeitgeber, ein tragfähiges Angebot vorzulegen. Die bisherigen Vorschläge könne man "nur als unverschämt" bezeichnen.

Bei den Warnstreiks machten heute Beschäftigte der Frühschicht im Saarland, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hessen den Anfang. Im Laufe des Vormittags kamen Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bremen hinzu. In Mecklenburg-Vorpommern und anderen Ländern waren gegen Mittag Arbeitsniederlegungen geplant.

Der erste Ausstand wurde um 3.30 Uhr aus dem saarländischen Völklingen gemeldet. Dort legten mit Beginn der Frühschicht die ersten Beschäftigten bei den Verkehrsbetrieben ihre Arbeit nieder. In Bayern traten von 6 Uhr an Angestellte zahlreicher Krankenhäuser in den Ausstand. Im Lauf des Tages sollten sich nach Angaben eines ver.di-Sprechers rund 3000 Beschäftigte in mehr als 30 bayerischen Krankenhäusern beteiligen.

In Nordrhein-Westfalen wollten insgesamt gut 4000 Beschäftigte aus mehr als 50 Kliniken und Altenpflege-Einrichtungen die Arbeit niederlegen. In Hessen beteiligten sich Beschäftigten von 30 Kliniken. Auch in Krankenhäusern in Niedersachsen und Bremen begannen am Morgen Warnstreiks.

( dpa )