Wahlkampf: Elefantenrunde in der Axel-Springer-Passage

Hamburgs Spitzenkandidaten im Kreuzverhör

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Beim ersten direkten Aufeinandertreffen vor der Hamburger Bürgerschaftswahl haben die Spitzenkandidaten über die soziale Situation in der Hansestadt gestritten. Morgen im Hamburger Abendblatt: Ausführliche Berichte und Analysen.

Hamburg. Nach Überzeugung von Bürgermeister Ole von Beust (CDU) profitieren die meisten Menschen in der Stadt vom Aufschwung. 23000 neue Arbeitsplätze seien in einem Jahr geschaffen worden, Hamburg liege beim Wirtschaftswachstum über dem Bundesdurchschnitt, sagte Beust bei der Aufzeichnung der Sendung, die am Abend vom TV-Sender Hamburg 1 ausgestrahlt wird.

Christa Goetsch (GAL) und Michael Naumann (SPD) widersprachen dem Bürgermeister. Der Senat habe die soziale Stadtteilentwicklung heruntergefahren. Der Wohnungsbau werde vernachlässigt. Naumann betonte, die Grundlagen für den Aufschwung seien außerdem von SPD-Regierungen gelegt worden. Das brachte Beust in Rage: "Ich lasse mir den Hamburger Aufschwung nicht kaputtmachen." Verantwortlich seien in erster Linie die Menschen und die Unternehmen in der Stadt.

Hinnerk Fock (FDP) kündigte an, er wolle Hamburgs Wirtschaft von der Bürokratie befreien. Einig waren sich die Kandidaten in der Einschätzung, dass mehr Wohnungen gebaut werden müssen. Am 24. Februar wird in Hamburg eine neue Bürgerschaft gewählt.

Beust will Innensenator Nagel das Rauchen im Büro verbieten

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) will seinem Innensenator Udo Nagel (parteilos) das Rauchen in dessen Büro untersagen. "Das geht nicht", sagte Beust in der "Elefantenrunde". Beust betonte, Nagel sei ein "fanatischer Pfeifenraucher", der immer nach neuen Trick suche. "Anfang März ist damit Schluss." Der Innensenator hatte nach Inkrafttreten des Nichtraucherschutzgesetzes, das das Qualmen in öffentlichen Gebäuden untersagt, sein Büro kurzerhand zur Raucherzone erklärt.

Zu wenig bezahlbare Wohnungen in Hamburg

Nach einhelliger Ansicht aller Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl gibt es zu wenig bezahlbare Wohnungen in Hamburg. Über den Lösungsweg herrschte jedoch Uneinigkeit. Während Bürgermeister Ole von Beust (CDU) auf die Vereinbarung verwies, dass jährlich bis zu 6000 neue Wohnungen entstehen sollen, forderten Michael Naumann (SPD) und Dora Heyenn (Linke) mehr sozialen Wohnungsbau. FDP-Spitzenkandidat Hinnerk Fock sagte, wer einen staatlichen Wohnungsbau fordere, solle sich an die Zustände in der DDR erinnern. An der "Elefantenrunde" nahm auch Christa Goetsch von der GAL teil.

Die "Elefantenrunde" wird um 20.15 Uhr bei Hamburg 1 ausgestrahlt.

( abendblatt.de )