Theatertreffen: Hamburger Stücke eingeladen

Schauspielhaus und Thalia Theater fahren nach Berlin

Die Veranstaltung vom 2. bis 18. Mai gilt international als wichtigste Leistungsschau der deutschsprachigen Bühnen.

Hamburg. Das Thalia Theater, das im vergangenen Jahr gleich mit drei Inszenierungen vertreten war, zeigt Stephan Kimmigs Inszenierung von Friedrich Schillers "Maria Stuart", wie die Berliner Festspiele am Dienstag mitteilten. Das Schauspielhaus wurde mit Sebastian Nüblings Inszenierung "Pornographie" von Simon Stephens eingeladen.

In Kimmigs Inszenierung von Schillers "Maria Stuart" spielt Susanne Wolff die mit Kabelbindern an einen elektrischen Stuhl gefesselte schottische Königin. Nach Meinung der Jury erzählt Kimmig "das Historiendrama als Polit-Thriller und hat es dafür so weit von seinem idealistischen Überbau befreit, dass man die Konstruktion der zynischen Machenschaften und die Logik der Staatsgewalt in ihrer ganzen Härte durchschaut".

Das Stück "Pornographie" des britischen Theaterautors Simon Stephens, eine Koproduktion mit dem Schauspiel Hannover und dem Festival Theaterformen, beschäftigt sich in kleinen Alltagsgeschichten "mit den strukturellen Voraussetzungen des Terrorismus". Im "sensationellen Bühnenbild" von Muriel Gerstner puzzeln die Schauspieler am raumfüllenden Gemälde von Pieter Brueghels "Der Turmbau zu Babel".

Insgesamt hat die Jury zehn "bemerkenswerteste Inszenierungen" zum Theatertreffen unter dem diesjährigen Motto "Nach Berlin" ausgewählt. Neben den beiden Hamburger Bühnen sind unter anderem auch das Deutsche Theater in Berlin ("Die Ratten" und "Onkel Wanja"), die Münchner Kammerspiele ("Die Ehe der Maria Braun" und "Sturm"), das Schauspiel Köln ("Die Erscheinungen der Martha Rubin") und das Schauspiel Frankfurt ("Gertrud") mit dabei.

( dpa, abendblatt.de )