Verlag: Nach Rauswurf von Stefan Aust

Spiegel-Gruppe für 2008 optimistisch

Mit rund 350 Millionen Euro erwartet die Geschäftsführung einen stabilen Umsatz auf Vorjahresniveau. Ein neues Online-Lexikon soll das Portfolio im Februar ergänzen.

Hamburg. Die Mediengruppe um das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" erwartet 2008 mit rund 350 Millionen Euro einen Umsatz auf Vorjahresniveau. "Wenn wir stabile Erlöse haben werden, ist das gut", sagte der Geschäftsführer der Spiegel-Verlagsgruppe, Mario Frank. "2008 wird ein schweres Anzeigenjahr für die Medienbranche." Erstmals seien 2007 beim "Spiegel" die Vertriebserlöse höher als die Anzeigenerlöse gewesen. Das zeige die strukturellen Veränderungen im Magazin-Segment auf, sagte Frank, der sich dennoch zufrieden zeigte: Das Betriebsergebnis von 57 Millionen Euro sei das bisher beste der Unternehmensgeschichte.

Zur Spiegel-Gruppe gehören auch ein Fernsehproduktions- und Onlinebereich sowie Wirtschaftsmagazine ("manager magazin", "Harvard Business Manager"). Kaufmännisch wird sie seit Anfang 2007 von Frank geleitet. Redaktioneller Gegenpart beim "Spiegel" ist seit vergangener Woche die Doppelspitze aus Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron. Die aktuelle und erste von ihnen verantwortete Ausgabe (Nr 7/2008) beschäftigt sich in der Titel-Geschichte mit dem US-Präsidentschaftsbewerber Barack Obama. Vorgänger Stefan Aust, der vom Verlag freigestellt worden ist, wehrt sich gerichtlich gegen seine Kündigungen, weil er seine Arbeitsverträge auch über 2008 hinaus für wirksam hält.

Im laufenden Jahr soll nach Franks Angaben vor allem in die vorhandenen Produkte der Mediengruppe investiert werden. Am 12. Februar startet online "Spiegel Wissen". "Das ist das Lexikon der Zukunft - im Internet aufbereitet", sagte Frank. Die dafür neugegründete Redaktion hat fünf Mitarbeiter. Insgesamt hat die Verlagsgruppe rund 1240 Vollzeit-Stellen.

"Unser Schwerpunkt ist und bleibt das Printheft", ergänzte Frank. 2007 verkauften sich nach seinen Angaben Geschichts-Titel am besten. "Darin hat der "Spiegel" eine besondere Kompetenz." Er kenne kein zweites Magazin mit "solchen redaktionellen Ressourcen". Mit der Berufung von Mascolo, der sich in der Branche einen Ruf als ausgezeichneter Rechercheur erworben hat, sei im Verlag auch die Hoffnung verbunden, dass die "investigative Kernkompetenz des "Spiegel" weiter ausgebaut werden kann.

"Wir gucken in die Zukunft", bilanzierte Frank. Der Verlag war durch die personellen Führungswechsel in der Geschäftsführung, beim Hauptgesellschafter Mitarbeiter KG und in der Chefredaktion seit dem vergangenen Jahr wiederholt in die Schlagzeilen geraten.