Pakistan

Tote bei Anschlag während Wahlkundgebung

Bei einen Anschlag auf einer Wahlkundgebung sind am Sonnabend im Nordwesten Pakistans etwa zwanzig Menschen getötet worden.

Islamabad/ Thatta. Mehr als 30 weitere Menschen seien teils lebensgefährlich verletzt worden, berichtete die Polizei. Zu der Kundgebung hatten sich mehrere hundert Anhänger der nationalistischen Awami-Partei (ANP) versammelt. Der Hintergrund war zunächst unklar. Ein ANP-Sprecher erklärte, ein Selbstmordattentäter habe sich in die Luft gesprengt. Das Innenministerium bestätigte zunächst 14 Tote. Die Verletzten kamen in Krankenhäuser der Provinzhauptstadt Peshawar.

Die Awami-Partei gilt als links-nationalistisch und findet vor allem in den Stammesgebieten der Paschtunen in Nord-West-Pakistan Unterstützung. Bei der Parlamentswahl 2002 kam sie auf rund ein Prozent der Stimmen.

Bhutto: Trauer beendet

Der Witwer der ermordeten Oppositionsführerin Benazir Bhutto, Asif Ali Zardari, eröffnete den Wahlkampf der Volkspartei Partei (PPP) für die Parlamentswahlen am 18. Februar. Tausende Menschen versammelten sich am Sonnabend zu einer Kundgebung in Thatta in der südlichen Provinz Sind. Die Polizei postierte nach eigenen Angaben über 2000 Sicherheitskräfte rund um den Versammlungsort, um Anschläge zu verhindern.

Mit dem Wahlkampfauftakt endete eine 40-tägige Trauer um die am 27. Dezember bei einer Wahlkampfveranstaltung in Rawalpindi ermordete Bhutto. Die ursprünglich für den 8. Januar vorgesehene Parlamentswahl wurde nach dem Anschlag und den darauf folgenden Unruhen verschoben. Zardari will nun nach eigenen Angaben die Mission seiner Frau, eine funktionierende Demokratie in Pakistan zu installieren, fortführen. Er wurde nach dem Mord an seiner Frau zum Vize-Vorsitzenden der PPP ernannt. Chef der Partei ist seitdem Bhuttos Sohn, der 19-jährige Bilawal Bhutto.