Familiendrama bei Augsburg: Motiv noch unklar

Mutter ertränkt Kinder in Badewanne

Nach der Tat weckte die offenbar depressive Frau ihren Mann und sagte, sie habe etwas Schreckliches getan.

Augsburg. Das knapp zweijährige Mädchen und ihr fünf Monate alter Bruder konnten trotz Wiederbelebungsversuchen nicht mehr gerettet werden, teilte die Polizei in Augsburg mit. Die Frau aus Gersthofen wurde noch in ihrer Wohnung festgenommen.

Der Vater rief kurz vor 8 Uhr die Rettungskräfte. Es stelle sich immer mehr heraus, dass die aus Kroatien stammende Frau offenbar an Depressionen leide, sagte ein Polizeisprecher. Ihre drei weiteren Kinder, zwei Mädchen und ein Junge im Alter von vier, sechs und acht Jahren, hatten während der Tat geschlafen und befinden sich inzwischen in der Obhut des Jugendamts.

Das Motiv und die Hintergründe der Tat seien bisher unklar, sagte der Augsburger Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz. "Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren." Sowohl die Mutter als auch ihr 35 Jahre alter Ehemann würden vernommen und auch psychologisch betreut. "Der Mann ist fertig mit der Welt", sagte ein Polizeisprecher. Die drei weiteren Kinder des Paares im Alter von vier, sechs und acht Jahren hätten geschlafen und von der Tat nichts mitbekommen, erklärte er. "Den Kindern muss nun erklärt werden, was passiert ist." Sie werden von einem Kriseninterventionsdienst und dem Jugendamt betreut.

Das Landratsamt erklärte, die Familie sei weder beim Jugendamt noch bei der Stadt Gersthofen aufgefallen. "Sie war völlig unauffällig", hieß es. Mitarbeiter des Jugendamts, die nach der Tat von der Polizei zu Hilfe gerufen wurden, hätten die Wohnung der Familie als gepflegt und aufgeräumt beschrieben.

"Unser Hauptaugenmerk und unser ganzer Einsatz gelten jetzt den drei verbliebenen Kindern", erklärte der Augsburger Landrat Karl Vogele. "Sie wurden bereits von Mitarbeitern unseres Jugendamts in einem hervorragenden Kinderheim untergebracht."