Israel: Selbstmordattentat

Anschlag vor Einkaufszentrum

Bei der Explosion in der Stadt Dimona wurden drei Menschen getötet und zehn weitere schwer verletzt. Zu dem Anschlag bekannten sich mehrere palästinensische Gruppen.

Jerusalem. Beim ersten Selbstmordanschlag in Israel seit einem Jahr sind in der Atomstadt Dimona im Süden des Landes drei Menschen ums Leben gekommen, darunter die beiden palästinensischen Attentäter. Wie der israelische Rundfunk heute unter Berufung auf die Polizei weiter mitteilte, wurden bei dem Attentat vor einem Einkaufszentrum außerdem eine Person lebensgefährlich und zehn weitere schwer verletzt. Der Anschlag ereignete sich den Angaben zufolge rund zehn Kilometer entfernt von dem außerhalb von Dimona gelegenen Atomreaktor. Das Gelände gilt als hochgesichert. Zu dem Anschlag bekannten sich mehrere Palästinenserorganisationen, darunter auch der militärische Arm der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.

Regierungschef Ehud Olmert berief eine Dringlichkeitssitzung seiner Sicherheitsexperten ein. Die israelische Polizei wurde landesweit in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Der stellvertretende Ministerpräsident Eli Jischai von der ultra- orthodoxen Schas-Partei forderte ein sofortiges Ende der Friedensverhandlungen mit den Palästinensern. Andere Minister, darunter Verteidigungsminister Ehud Barak, sprachen sich für den Bau eines Sicherheitszaunes entlang der rund 200 Kilometer langen Grenze zwischen Israel und Ägypten aus. Palästinenserpräsident Abbas verurteilte den Anschlag.

Nach palästinensischen Angaben stammen die beiden Selbstmordattentäter aus dem Gazastreifen. Israel hatte nach der gewaltsamen Öffnung der Grenze des Gazastreifens zu Ägypten vor rund zwei Wochen bereits auf die drohende Gefahr von Anschlägen durch palästinensische Selbstmordattentäter hingewiesen. Diese könnten von von Ägypten aus über eine durchlässige Grenze nach Israel eindringen.

Ägyptische Sicherheitskräfte nahmen heute nach eigenen Angaben auf ihrer Seite des Gaza-Grenzübergangs Rafah einen bewaffneten Palästinenser fest. Der Mann habe große Mengen Sprengstoff bei sich gehabt, hieß es. Seit vergangenem Freitag wurden auf der Halbinsel Sinai insgesamt 15 bewaffnete Palästinenser in Gewahrsam genommen.

Bei einem israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen kam Stunden nach dem Selbstmordanschlag nach palästinensischen Angaben ein Mensch ums Leben. Nach Darstellung einer Armeesprecherin wurden Mitglieder der militanten Volkswiderstandskomitees im nördlichen Gazastreifen angegriffen.

Der Anschlag ereignete sich vor dem Eingang zu einem Einkaufszentrum im Stadtzentrum von Dimona. Nach Augenzeugenberichten wurde einer der beiden palästinensischen Attentäter bei der Explosion verletzt, so dass er seinen eigenen Sprengsatz nicht zünden konnte. Ein Sanitäter berichtete, er habe ihn erst behandelt und dann den Mantel geöffnet. Nachdem er einen Sprengstoffgürtel gesehen habe, habe er die Polizei informiert. Der Attentäter sei dann erschossen worden, bevor er seinen Sprengsatz zünden konnte.

Es handelt sich um den ersten Selbstmordanschlag in Israel seit dem 29. Januar vergangenen Jahres. Bei dem Attentat eines Palästinensers waren seinerzeit im Badeort Eilat insgesamt vier Menschen ums Leben gekommen.