Nahostkonflikt

Ägypten öffnet die Grenze zum Gazastreifen

Nach heftigen Auseinandersetzungen mit palästinensischen Extremisten an der Grenze zum Gazastreifen haben sich die ägyptischen Sicherheitskräfte am Samstag zurückgezogen.

Rafah. Nach heftigen Auseinandersetzungen mit palästinensischen Extremisten an der Grenze zum Gazastreifen haben sich die ägyptischen Sicherheitskräfte am Samstag zurückgezogen. Erneut strömten Tausende Palästinenser ungehindert von dem Küstengebiet nach Ägypten. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hat die Regierung in Kairo die Einsatzkräfte zum Rückzug aufgefordert und angeordnet, weitere Konfrontationen zu vermeiden.

Extremisten der radikal-islamischen Hamas hatten ägyptische Sicherheitskräfte am Freitag daran gehindert, den Grenzübergang Rafah zum Gazastreifen zu schließen. Dabei wurden nach Angaben der ägyptischen Nachrichtenagentur Mena 22 ägyptische Einsatzkräfte verletzt. In Sicherheitskreisen war von sieben Verletzten die Rede. So seien sechs Männer von Steinen getroffen worden, einer habe einen Schuss in den Fuß erlitten.

Augenzeugen zufolge fuhren viele Palästinenser mit Taxis ins Nachbarland, um sich dort mit Waren und Medikamenten einzudecken. Seine Apotheke müsse seit sieben Monaten ohne neue Medikamente auskommen, sagte ein Palästinenser, der sich in Ägypten Nachschub besorgte. "Gott sei Dank hat die Apotheke jetzt neue Medikamente und zu moderateren Preisen." Auch Benzin war gefragt.

Aus Sicherheitskreisen gab es am Samstag unterschiedliche Aussagen zum weiteren Vorgehen der ägyptischen Regierung. So hieß es, die Grenze solle für drei weitere Tage geöffnet bleiben. Anderen Aussagen zufolge wurde keine Frist für die Schließung der Grenze gesetzt. Nach einer tagelangen Blockade des Küstengebiets durch Israel hatten Extremisten am Mittwoch erste Löcher in die Grenzmauer gebombt. Zehntausende Menschen strömten daraufhin in das Nachbarland.

Am Sonntag wollen sich Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Israels Ministerpräsident Ehud Olmert zu Gesprächen über künftige Friedensbemühungen treffen. Nach Angaben von Palästinenservertretern will Abbas Olmert zu einem Ende der Blockade des Gazastreifens bewegen. Zudem werde Abbas darauf drängen, dass seine Sicherheitskräfte künftig die Grenzübergänge vom Gazastreifen kontrollieren dürfen, hieß es.