Clements Eklat in der SPD

Leserbriefe: Polemik und kein Ende

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Die wirklichkeitsfernen energiepolitischen Vorstellungen der Herausforderin Ypsilanti von der SPD für den Hessischen Landtag fordern doch automatisch Widerspruch heraus, auch aus den eigenen Reihen. Das logische Denken ist doch noch nicht verboten und wer mit solch haarsträubenden Vorstellungen, in einem sehr sensiblen Bereich der Gesellschaft, der Energieversorgung , punkten will, muss schon eine bessere Alternative vorlegen, als den Unsinn, die Versorgung des Landes nur aus regenerativer Energie sicherzustellen. Hier muss man Herrn Clement schon recht geben und das Getöse der Genossen, auch von Herrn Stegner aus Schleswig- Holstein, ist doch nur Stimmungsmache für die Wahlkämpfe.

Fritz Timm

23867 Sülfeld

Vertrauensverlust Wer, wie Herr Clement, schon zu seinen Zeiten als aktiver Politiker, die Interessen der grossen Energiekonzerne vertreten hat - gegen die Interessen der BürgerInnen, die ihn gewählt haben - wird jetzt, wo er von ihnen direkt bezahlt wird, natürlich noch mehr die Interessen der Energiemonopole vertreten - \"Wes Brot ich ess`, des Lied ich sing`\". Schlimm ist daran nur, dass Männer wie er - und andere, die -in Hoffnung auf zukünftige, gut dotierte Jobs bei den Energiekonzernen(?!?) Megadreckschleudern vor der Haustür genehmigen und den Bürgern dann im Anschluss vier autofreie Sonntage aus Klimaschutzgründen (!!) verordnen - die Demokratie ruinieren, da die/der BürgerIn jedes Vertrauen in seine gewählten Vertreter verliert.

Hans Hubert

Hamburg

Taktik Clement,der Politik-und Medienprofi ist ein alter Fuchs. Er weiß genau wie er seiner Genossin Ypsilanti Medienpräsenz und Profilierungsmöglichkeit verschaffen kann. Am nächsten Sonntag wird sie sich bei ihm bedanken dürfen. Seine Rolle als bad guy und Lobbyist wird ihr den Stimmenzuwachs bringen,mit dem sie Roland Koch ablösen wird. Chapeau.

Paul O. Heimfarth

Hamburg

Wolfgang Clement ein SPD- Ketzer?

Parteizugehörigkeit bedeutet eigene Überzeugungen in den Hintergrund zu stellen und im Gleichschritt hinter dem Taktvorgeber herzumarschieren. Querdenker sind unerwünscht, sie gelten als Störenfriede und passen nicht in die Erwartungshaltungen von Parteiführungen. Wer dem zuwiderhandelt gilt als Persona non grata, ihm drohen Parteiausschlußverfahren und Ächtung, so wie einst Aussätzige geächtet wurden. Ähnliches mußte auch der einstige Vorzeigegenosse Lafontaine erfahren und gleiches erlebt jetzt Wolfgang Clement. Der hat aus Besorgnis über einen grün geprägten Linksblock in Hessen und einer unverantwortlichen, verbraucherschädigenden Energiepolitik der SPD- Kandidatin Ypsilanti vor der Wahl dieser Frau und damit vor deren Partei gewarnt, in welcher Clement seine eigenen Wurzeln hat. Sein wir sicher, daß Wolfgang Clement das nicht leichten Herzens getan hat. Ihm jetzt Lobbyismus für die Energiewirtschaft zu unterstellen, ist all zu simpel gedacht und dürfte nicht Grund der Warnungen von Wolfgang Clement gewesen sein. Der kennt sich wie kaum ein anderer in den sensiblen Strukturen der Wirtschaft und deren Abhängigkeit von einer sicheren sowie zukunftsorientierten Energieversorgung aus.

Seine Mahnungen sollten der Führungsriege der Genossenpartei die Ohren klingeln lassen. Ein Wolfgang Clement ist seiner SPD all zu tief verbunden, als daß er aus reinem Egoismus gegenüber seiner Partei illoyal handeln würde. Nein es sind die Sorgen um die Bürger und die Wirtschaft dieses Landes welche ihn dazu bewogen haben, von grüngeprägten Sozialismustendenzen abzuraten.

Ohne Frau Maike Röttger näher zu kennen spürt man, für welche Partei ihr Herz schlägt. Von einer Kommentatorin einer großen Tageszeitung hätte ich mehr Gespür für die Beweggründe eines großen Politikers und Wirtschaftsexperten erwartet, der mit seiner Kritik an der Politik von Frau Ypsilanti doch ganz berechtigt vor den Gefahren grünsozialistischer Tendenzen gewarnt hat. Sie wäre besser beraten, nicht in die " Kreuzigt ihn- Rufe " der sich beleidigt fühlenden SPD-Genossen einzustimmen.

Hilmar Benkmann Henstedt- Ulzburg