Nokia: Protest gegen Schließung von Bochumer Werk

Minister geben Nokia-Handys zurück

Nachdem Nokia unnachgiebig auf der Schließung des Bochumer Werks beharrt, setzen die ersten Politiker ein Zeichen. SPD-Fraktionschef Peter Struck und Verbraucherminister Horst Seehofer telefonieren künftig nicht mehr mit finnischen Mobiltelefonen.

Berlin. Aus Protest gegen die Schließung des Nokia-Werkes in Bochum wollen mehrere Politiker einem Zeitungsbericht zufolge ihre Nokia-Handys zurückgeben. SPD-Fraktionschef Peter Struck sagte der "Bild"-Zeitung: "Was Nokia in Bochum vorhat, ist eine Riesensauerei. Ich habe heute mein Büro gebeten, mir ein anderes Handy zu besorgen." Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) will dem Bericht zufolge sein privates Nokia-Handy zurückgeben und lässt für sein Ministerium prüfen, ob ein Boykott des Handy-Herstellers zulässig sei.

"Ich habe den Leiter unserer Zentralabteilung angewiesen zu schauen, ob und unter welchen Bedingungen wir bei Nokia aussteigen können", zitierte das Blatt Seehofer. Als Grund nannte er Solidarität gegenüber den Nokia-Mitarbeitern und ihren Familien. "Das Verhalten der Nokia-Manager erzürnt mich", sagte Seehofer der Zeitung.

Nokia hatte diese Woche überraschend die Schließung des Werks mit rund 2300 fest angestellten Mitarbeitern zur Jahresmitte bekanntgegeben. Nokia will aus Kostengründen die Produktion nach Rumänien, zum Teil auch nach Ungarn und Finnland verlagern.

( rtr )