San Francisco: Macworld-Messe

Apple stellt "flachstes Notebook der Welt" vor

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Schon ein dünnes Ding, das Apple-Chef Steve Jobs gestern aus einem Briefumschlag zog. Aber die nur knapp zwei Zentimeter hohe Rechenmaschine hat’s in sich …

San Francisco. Apple startet mit einem äußerst dünnen Notebook und einem Online-Verleih für Spielfilme ins neue Jahr. Vorstandschef Steve Jobs stellte gestern auf der Messe Macworld in San Francisco das "MacBook Air" als das "flachste Notebook der Welt" vor.

Das maximal nur 1,94 Zentimeter hohe Notebook ist zwar kein Tablet-Computer mit berührungsempfindlichem Bildschirm, wie vor der Präsentation teilweise spekuliert worden war. Es bietet aber ein besonders großes "Trackpad", auf dem sich der Computer mit dem Finger auf ähnliche Weise steuern lässt wie das Apple-Handy iPhone. Immer auf besondere Show-Effekte bedacht, holte Jobs das neue Notebook aus einem Briefumschlag hervor.

Das MacBook Air wird von einem Intel-Doppelkernprozessor (Core 2 Duo) mit 1,6 oder wahlweise 1,8 Gigahertz betrieben, der Arbeitsspeicher ist mit zwei Gigabyte ausgelegt. Die Festplatte fasst standardmäßig 80 Gigabyte, möglich ist aber auch der Einbau einer Flash-Speicher-Festplatte mit 64 Gigabyte. Diese stellt die Daten schneller bereit als eine herkömmliche Festplatte mit Magnetscheiben und ist in der mobilen Nutzung robuster, weil es kein Risiko eines "Head-Crashs" gibt. Das MacBook Air hat einen 13,3-Zoll-Bildschirm und wird zu Preisen ab 1699 Euro verkauft. Erkauft wird der extrem dünne Formfaktor aber auch mit einem Verzicht auf ein CD- oder DVD-Laufwerk. Ein externes Laufwerk kann zusätzlich angeschlossen werden.

Mit dem neuen Notebook erweitert Apple seine Produktpalette, die im vergangenen Jahr erfolgreicher war als je zuvor in der Firmengeschichte. Der Geschäftsbereich Macintosh verkaufte im Finanzjahr 2007 sieben Millionen Computer, eine Steigerung um mehr als 30 Prozent.

Jobs stellte auch einen neuen Online-Verleih für Spielfilme vor, die innerhalb von 30 Tagen nach der jeweiligen DVD-Veröffentlichung bereitgestellt werden. Der neue Dienst startete am Dienstag in den USA und soll im Laufe des Jahres auch international eingeführt werden. Bis Ende Februar sollen mehr als 1.000 Spielfilme zur Verfügung stehen, die über den Online-Shop iTunes zum Preis von 2,99 Dollar (2,01 Euro) bei älteren und 3,99 Dollar (2,68 Euro) bei neueren Filmen ausgeliehen werden können. Die Nutzungsdauer ist auf 30 Tage beschränkt. Für den Spielfilm-Verleih schloss Apple eine Partnerschaft mit 20th Century Fox, Warner Brothers, Walt Disney, Paramount, Universal und Sony.

Ein Jahr nach seiner aufsehenerregenden Präsentation des iPhones stellte Jobs eine Reihe von neuen Funktionen für das Handy vor. Dazu gehören der gleichzeitige SMS-Versand an mehrere Adressaten und die Möglichkeit, den Startbildschirm nach persönlichen Vorlieben zu gestalten. Der iPod touch erhält neue Programme, darunter auch eine Anwendung, um E-Mails über eine WLAN-Verbindung zu versenden.

( ap )