US-Vorwahl: Comeback in Heimatrevier

Romney siegt in Michigan

Überraschungserfolg bei den Republikanern: Ex-Gouverneur Mitt Romney erhielt 39 Prozent der Stimmen. Sein stärkster Konkurrent Senator McCain kam auf 30 Prozent. Die Demokraten hatten die Vorwahlen boykottiert.

Washington. "Dieser Abend markiert den Beginn eines Comebacks - eines Comebacks für Amerika", sagte der 60 Jahre alte Romney unter dem Jubel seiner Anhänger am Dienstagabend. Er werde die Präsidentenwahl im November gewinnen und Amerika aus der Krise führen. Der religiös-geprägte Ex-Gouverneur Mike Huckabee (52), ebenfalls ein Rivale von Romney, erhielt 16 Prozent der Stimmen.

Romneys schärfster Rivale, Senator John McCain, ist nach seinem Sieg in New Hampshire in USA-weiten Umfragen inzwischen zum Favoriten der Republikaner aufgestiegen. Für Romney hätte einen weitere Vorwahl-Niederlage vermutlich das Aus im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur bedeutet. Der frühere Gouverneur von Massachusetts konnte in dem von einer Wirtschaftskrise gebeutelten Bundesstaat Michigan mit seinen Erfolgen als Finanzinvestor und Sanierer punkten. Außerdem setzte der 60-Jährige in seinem Wahlkampf auch auf seinen Lokalvorteil: Er war in Michigan aufgewachsen, sein Vater regierte den Staat als Gouverneur. Die nächsten Vorwahlen der Republikaner finden am Samstag in South Carolina statt.

Die Demokraten hatten den Wahlkampf in Michigan boykottiert, weil der Bundesstaat seinen Wahltermin entgegen Absprachen mit den Parteien vorverlegt hatte. Michigan werde daher bei der abschließenden Kandidatenkür beim Wahlparteitag der Demokraten im Sommer mit keinem Kandidaten vertreten sein, heißt es. Allerdings hatte Senatorin Hillary Clinton ihre Kandidatur nicht rechtzeitig zurückgezogen, so dass ihr Name auf den Wahlzetteln stand. Sie erhielt 55 Prozent der Stimmen.