Auch ohne Hamburg

Gabriel: Wattenmeer muss Weltnaturerbe werden

Das Wattenmeer soll nach dem Willen des Bundes auch ohne die Mitbewerbung Hamburgs als Weltnaturerbe bei der UNESCO in Paris angemeldet werden.

Die Entscheidung von Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU), wegen der geplanten Elbvertiefung auf die Bewerbung zu verzichten, entbehre jeder sachlichen Grundlage, erklärte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) am Dienstag in Berlin. "Damit entlarvt sich der selbsternannte Umweltschützer Ole von Beust und brüskiert die Bundeskanzlerin."

Das Wattenmeer verdiene es, in einem Atemzug mit Weltnaturerbe- Stätten wie dem artenreichen Great Barrier Korallenriff vor Australien und den Galapagos Inseln im Pazifischen Ozean genannt zu werden, so der Bundesumweltminister. "Daher werden wir alles dran setzen, die Nominierung auch ohne Hamburg voranzutreiben." Auch die Regierungen von Schleswig-Holstein und Niedersachsen, die den Beschluss von Beusts bereits kritisiert hatten, wollen die Bewerbung bei der UNESCO weiter betreiben.

Gabriel wandte sich gegen die Hamburger Überlegung, ein Ja der UN- Organisation zum Weltnaturerbe könnte mit einem Nein zur Anpassung der Fahrrinne in der Unter- und Außenelbe und damit zum Ausbau des Hamburger Hafens verbunden sein. "Derartige Bedenken sind entweder vorgeschoben oder ein Ausdruck fehlender Sachkenntnis." Die naturschutzrechtlichen Vorgaben für das Wattenmeer seien bereits jetzt einzuhalten.

"Die Unesco selbst kann keine Vorschriften erlassen, und sie kann die Staaten beziehungsweise Bundesländer nicht dazu verpflichten, dies zu tun." "Wir hätten mit dem Wattenmeer geradezu ein weltweites Vorbild für die Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie. Der Hamburger Senat hat leider demonstriert, dass er dies nicht verstanden hat." Nach Angaben des Ministeriums ist die letzte Möglichkeit für die Abgabe des Antrags der 1. Februar.