US-Krise verhagelt Jahresbilanz der Hypo Real Estate

Talfahrt an den Börsen

Der Dollar fällt, die Wirtschaftsdaten aus den USA sind eher schwach und die US-Immobilienkrise reißt tiefe Löcher in den Bilanzen von Finanztiteln.

Dementsprechend sind die Aktienmärkte am Dienstag teilweise regelrecht eingebrochen: Der Deutsche Aktienindex (DAX) büßte 2,14 Prozent auf 7.566,38 Zähler ein, der MDAX verlor sogar 2,99 Prozent auf 8.657,32 Punkte und der TecDAX 3,94 Prozent auf 847,36 Zähler.

Im Fokus stand die Hypo Real Estate: Überraschend teilte die Immobilienbank mit, der Jahresgewinn vor Steuern sei um ein Viertel auf 890 Millionen Euro eingebrochen. Der Aktienkurs stürzte nach der Hiobsbotschaft zeitweise um mehr als 36 Prozent ab. Der Vorstand hatte bisher immer erklärt, als Finanzierer von Gewerbeimmobilien sei man von den Zahlungsproblemen amerikanischer Hausbauer praktisch nicht betroffen. Jetzt schlug die Abwertung des US-Portfolios der HRE mit 390 Millionen Euro zu Buche.

Aber auch andere Finanztitel büßten teils deutlich ein: Die Commerzbank verlor mehr als 8 Prozent und die Postbank etwa 4,5 Prozent. Vergleichsweise glimpflich kam noch die Aktie der Deutschen Bank mit einem Minus von 2,5 Prozent davon.

Nach unten zeigte das Börsenbarometer auch in New York. Der Dow Jones Index verlor im frühen Handel 164 Punkte oder auch 1,28 Prozent auf 12.614 Zähler. Die schwachen Wirtschaftsdaten - der Einzelhandel setzte im Dezember 0,4 Prozent weniger ab - und die tiefroten Zahlen der größten US-Bank Citigroup machten den Anlegern zu schaffen. In Folge der US-Immobilienkrise verzeichnete die Citigroup im letzten Quartal 2007 einen Verlust von fast 10 Milliarden Dollar. Das war der größte Quartalsverlust in der Unternehmensgeschichte.

Auch in der Schweiz gingen die Kurse nach unten. Der Blue-Chips-Index SMI fiel gegenüber dem Vortag um mehr als 2 Prozent. In Tokio hatte der Markt am Morgen mit einem Minus geschlossen. Der Nikkei 225 Index gab knapp 1 Prozent auf 13.972,63 Punkte nach. Das war der niedrigste Schlusskurs seit dem 2. November 2005.

Derweil nähert sich der Euro wieder seinem Allzeithoch von 1,4967 Dollar. Am Dienstagnachmittag kostete der Euro zeitweise 1,4895 Dollar.