Niendorf: Rentner brutal zusammengeschlagen

Mutmaßliche Schläger von Niendorf verhaftet

Sie schlugen ihn, traten ihn und rissen ihm fast ein Ohr ab. Drei Jugendliche prügelten am Neujahrsmorgen so lange auf einen wehrlosen Rentner ein, bis sie ihn fast umgebracht hatten. Die mutmaßlichen Schläger haben die Tat gestanden.

Hamburg. Den Neujahrsmorgen des Jahres 2008 wird Cornelis van der M. nicht so schnell vergessen. Er war wieder einmal auf der Suche nach Flaschen, um sich sein Hartz-IV-Geld aufzubessern, als er in der Nähe des U-Bahnhofs Niendorf-Nord drei betrunkenen Jugendlichen begegnete. Scheinbar grundlos griffen sie den Rentner an. Sie prügelten auf den wehrlosen Mann ein, rissen ihm fast das Ohr ab und brachen sein Jochbein. Dann ließen sie ihn halbot liegen.

Erst, als die Ärzte das Leben des 55-Jährigen gerettet hatten und es ihm wieder besser ging, konnte ein Phantombild eines der Täter angefertigt werden. Ein Motiv für die grausame Tat konnte das Opfer nicht angeben. "Sie haben mich Penner gerufen", erinnert sich van der M. "Sie haben gesagt: Wir wollen hier keine Penner, und dann haben sie mir eine Kopfnuss gegeben." Gestern dann der Durchbruch bei den Ermittlungen: Nach über 40 Hinweisen aus der Bevölkerung konnte die Polizei drei deutsche Jugendliche im Alter von 15, 16 und 17 Jahren festnehmen. Den 16-Jährigen und den 17-Jährigen griffen die Beamten bei ihren Eltern auf, beide wohnen in Niendorf. Der 15-Jährige wurde in Stellingen verhaftet, ebenfalls bei seinen Eltern.

Die Jugendlichen gestanden die Tat. Sie seien betrunken und auf dem Rückweg von einer Silvesterfeier gewesen. In diesem Zustand trafen sie ihr Opfer und schlugen es fast tot. Als sie glaubten, den Mann umgebracht zu haben, flüchteten sie. Der geradezu ungeheuerliche Verdacht: Im Gewaltrausch sollen die Schläger noch einmal zurückgekehrt sein, um ihr Opfer weiter zu quälen.

Die Gewalttat hat die politische und gesellschaftliche Debatte um Jugendkriminalität weiter angeheizt.

( polizei, abendblatt.de )