Wattenmeer: Umweltschützer protestieren

Sanat blockiert Naturerbe-Antrag

Sollte das Wattenmeer zum Unesco-Weltnaturerbe werden, befürchten die Politiker Probleme bei der geplanten Elbvertiefung.

Hamburg. WWF-Geschäftsführer Eberhard Brandes hielt dem Senat entgegen, dass die Anerkennung des Wattenmeeres als Welterbe keinen Einfluss auf den Ausbau der Elbe habe. Vielmehr solle das Weltnaturerbe "lokalpolitischen Ränkespielen zum Opfer fallen".

Auch der Nabu forderte den Senat auf, den Weg für einen deutsch-niederländischen Weltnaturerbe-Antrag noch in diesen Tagen frei zu machen. Das Wattenmeer ist eine Naturlandschaft von internationaler Bedeutung. Es ist ein weltweit einmaliger Lebensraum für Millionen von Zugvögeln und eine Vielzahl bedrohter Tiere und Pflanzen, sagte Nabu-Präsident Olaf Tschimpke. Hierfür tragen Deutschland, die Niederlande und Dänemark international Verantwortung. "Die geplante Nominierung als Weltnaturerbe bringt diese Verantwortung und den Stolz auf das Wattenmeer zum Ausdruck", betonte Tschimpke.

Der Antrag muss noch im laufenden Monat bei der Unesco in Paris gestellt werden. Er sollte ursprünglich von der Bundesrepublik gemeinsam mit den Bundesländern Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie den Niederlanden eingebracht werden. Eine spätere Erweiterung um den dänischen Wattenmeeranteil war möglich.

Das Wattenmeer ist nach Angaben des "Gemeinsamen Wattenmeersekretariats" in Wilhelmshaven eines der größten Feuchtgebiete der Welt: Kein anderes Gebiet der Erde kann eine größere zusammenhängende Sand- und Schlickwattfläche aufweisen. In den Wattflächen, Dünen, Sandbänken, Prielen und Salzwiesen leben rund 3200 Tierarten. Von ihnen kommen 250 nur in den Salzwiesen des Wattenmeeres vor.

Das schleswig-holsteinische Wattenmeer ist seit 1985 Nationalpark. Ein Jahr später folgte der Wattenmeer-Nationalpark Niedersachsen, 1990 erhielt auch das Hamburger Watt das Prädikat "Nationalpark".

( dpa, abendblatt.de )