Kenia: Chef der Wahlkommission wurde offenbar unter Druck gesetzt

Zweifel an Wahlsieg von Kibaki

Der Vorsitzende der kenianischen Wahlkommission hat zugegeben, nicht zu wissen, wer die Präsidentschaftswahlen am 27. Dezember gewonnen hat.

Nairobi. "Ich weiß nicht, ob (Mwai) Kibaki gewonnen hat", sagte Samuel Kivuitu der kenianischen Zeitung "The Standard" am Mittwoch. Kivuitu hatte Kibaki am vergangenen Sonntag zum Wahlsieger erklärt. Später sagte er, er habe das Ergebnis aufgrund von Druck der Parteien von Kibaki und dessen Rivalen Raila Odinga verkündet, obwohl es Forderungen nach einer Überprüfung gegeben habe.

Bereits am Montag hatten sich mehrere Vertreter der kenianischen Wahlkommission für eine Überprüfung der Stimmauszählung ausgesprochen. Sollte der Wahlausgang von einem Gericht überprüft werden, müsse dies eine schnelle Entscheidung treffen, forderte Kivuitu. Die Gewalt war nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses und Kibakis hastiger Vereidigung eskaliert. Nach Angaben des Roten Kreuzes flohen in den vergangenen Tagen rund 70 000 Menschen im Westen des Landes. Über 300 Menschen wurden bereits getötet.

In der Stadt Kisumu im Westen des Landes wurden in der Nacht zu Mittwoch mindestens acht Menschen getötet, erklärte ein Mitarbeiter des dortigen Leichenschauhauses. In Kericho im Südwesten kamen zwei Polizisten ums Leben. Eine Gruppe bewaffneter Jugendlicher habe sie mit Pfeil und Bogen angegriffen, erklärte ein Polizeivertreter.

Filmberichte zur umstrittenen Wahl und den Unruhen in Kenia
( afp )