Elterngeld meist deutlich unter der Höchstgrenze

Mehr als die Hälfte der Antragsteller bekommt zwischen 300 und 500 Euro, maximal sind jedoch bis 1.800 Euro möglich.

Berlin. Das im Januar eingeführte Elterngeld liegt bei den meisten jungen Familien weit unter der Höchstgrenze von 1.800 Euro. In den ersten neun Monaten des Jahres 2007 wurden knapp 387.000 Anträge bewilligt, bei mehr als der Hälfte davon beträgt das Elterngeld lediglich zwischen 300 und 500 Euro, wie das Bundesfamilienministerium am Samstag in Berlin mitteilte. Nur etwas mehr als 15 Prozent der Väter und Mütter bekommen demnach 1.000 Euro oder mehr ausgezahlt.

Wie aus einer Antwort des Familienministeriums auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Volker Wissing hervorgeht, bekommen 222.329 Antragsteller zwischen 300 und 500 Euro sowie 105.371 Antragsteller zwischen 500 und 1.000 Euro. Noch 38.190 Familien können sich über ein Elterngeld zwischen 1.000 und 1.500 Euro freuen. Eine Auszahlung zwischen 1.500 und 1.800 Euro oder mehr (mit Geschwisterbonus) wurde in 21.065 Fällen bewilligt. Das Ministerium verweist in dem Schreiben darauf, dass diese Verteilung als "vorläufig anzusehen" sei, da "noch nicht einmal ein voller Geburtsjahrgang erfasst ist".

Bei seiner Antwort bezog sich das Ministerium auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes, wie Sprecher Hanno Schäfer erklärte. Diese wurden Mitte November veröffentlicht. Demzufolge ist nur jeder zehnte Bezieher von Elterngeld ein Mann. Von den insgesamt 387.000 bewilligten Anträgen auf Elterngeld wurden 37.000 von Vätern gestellt. Der Anteil der Männer lag damit in den ersten neun Monaten dieses Jahres bei rund 9,6 Prozent. Mehr als die Hälfte dieser Väter (57 Prozent) beantragte das Elterngeld für zwei Monate. Eine Babyzeit von zwölf Monaten nahmen sich rund 20 Prozent von ihnen.

Von den Müttern beantragte dagegen nur ein Prozent Elterngeld für zwei Monate, während mit 86 Prozent der weitaus größte Teil die Förderung für zwölf Monate in Anspruch nahm. Der höchste Anteil bewilligter Anträge für Väter wurde von Januar bis September mit 12,4 Prozent in Berlin registriert. Bei zehn Prozent oder mehr lag ihr Anteil in Bayern (11,2 Prozent), Hamburg (10,8 Prozent), Brandenburg (10,5 Prozent) und Thüringen (10,0 Prozent). Am geringsten war der Väter-Anteil mit 7,6 Prozent in Sachsen-Anhalt und mit 5,8 Prozent im Saarland.

Das Elterngeld hatte im Januar 2007 das bisherige Erziehungsgeld abgelöst. Es ersetzt jungen Eltern, die des Kindes wegen beruflich kürzer treten, einen Teil des Einkommens. Mindestens gibt es 300 Euro, maximal 1.800 Euro monatlich. Gezahlt wird zwölf Monate lang, weitere zwei "Vatermonate" sind möglich, wenn auch der Partner eine Auszeit nimmt.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, hängt das niedrige Elterngeld vor allem mit den geringen Gehältern der Antragsteller zusammen.