Bischöfin Jepsen:

Weihnachten ist nicht nur ein Märchen

Die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen hat sich in ihrer Predigt an Heiligabend gegen die völlige Inszenierung des Weihnachtsfestes gewandt.

Hamburg. "Weihnachten ist nicht nur gefühlig, lieblich, heimelig, gemütlich, nicht nur etwas für feine Familienidylle und festliche Christvespern. Weihnachten meint mehr, zielt tief in unser Herz und unseren Kopf, zeigt uns Gottes Gegenwart in allem Gefährdetsein, in Armut und Elend, in Einsamkeit und Angst", sagte sie am Montagabend in der Hamburger St. Michaeliskirche. "Wir dürfen nicht ständig ausblenden, was uns stören könnte, nicht in eine Scheinwelt fliehen wollen. Weihnachten ist kein Märchen nur. Weihnachten ist Realität. Gott ist nahe, er zuckt nicht zurück vor Armut, Not und Schuld."

Die Bischöfin der nordelbischen Landeskirche sprach auch die Situation der Kinder in der Gesellschaft an. "Bei allen Diskussionen, wie wir heute Kindern gerecht werden und ihnen angemessen und heilsam Zukunft ermöglichen, haben wir darauf zu achten, dass Gottes Heil und Gottes Frieden auf Erden allen Kindern und allen Menschen seines Wohlgefallens zu Teil wird, so weit es in unserer Macht steht." Die Kinder bräuchten einerseits staatliche Fürsorge und gesellschaftliche Akzeptanz, aber andererseits auch ganz persönliche Zuwendung und Liebe. "Kinder dürfen kein Armutsrisiko bedeuten, brauchen unser aller Schutz, nicht nur zu Weihnachten."