Hauptbahnhof teilweise gesperrt:

Brückenabriss in vollem Gange

Am Mittwochmorgen entfernten Abbruchspezialisten das 500 Tonnen schwere Mittelteil einer 150 Meter langen Hafen-Brücke, über die der gesamte Zugverkehr vom Hauptbahnhof der Hansestadt in Richtung Süden rollt.

Hamburg. Die Arbeiten auf einer der derzeit größten Baustellen im Streckennetz der Deutschen Bahn sind am Mittwoch in Hamburg in die entscheidende Phase gegangen. Am Morgen entfernten Abbruchspezialisten das 500 Tonnen schwere Mittelteil einer 150 Meter langen Hafen-Brücke, über die der gesamte Zugverkehr vom Hauptbahnhof der Hansestadt in Richtung Süden rollt. Bei Flut wurde die 101 Jahre alte Konstruktion von zwei Pontons angehoben und weggeschleppt. "Für die Bahn ist es eines ihrer momentan umfangreichsten Bauvorhaben", sagte Bauleiter Thomas Zorn. "Das ist keine Routine." Bis zum 1. Januar soll die alte Brücke durch einen Neubau ersetzt werden.

Mit der nächsten Flut am Mittwochnachmittag müsse zunächst noch das letzte noch verbliebene Teilstück der 101 Jahre alten Oberhafen-Brücke entfernt werden, sagte Zorn. Anschließend werde der insgesamt 2500 Tonnen schwere Neubau in einem Stück an die Stelle der alten Konstruktion gesetzt und wieder mit den Gleisanlagen an Land verbunden. Nach dem derzeitigen Stand könnten die Arbeiten an der seit der Nacht zum Montag komplett für den Bahnverkehr gesperrten Hauptverkehrsstrecke damit wie geplant am Neujahrstag beendet werden. "Es sieht momentan sehr gut aus. Wir liegen voll im Zeitplan", sagte der Bauleiter.

Die alte Brücke zwischen dem Hamburger Hauptbahnhof und dem Bahnhof Harburg musste aufgrund von Korrosionsschäden erneuert werden. "Ihre Standfestigkeit war den Belastungen des Bahnverkehrs nicht mehr gewachsen", erläuterte Zorn. Der Austausch der Überführung ist der zentrale Teil eines großangelegten Gleisbauprojekts, bei dem die Bahn zugleich auch zwei benachbarte Straßenbrücken saniert. Insgesamt investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 129 Millionen Euro in die noch bis 2010 laufenden Baumaßnahme. Etwa 240 Fern- und Regionalzüge passieren täglich die Bahnstrecke mit diesem Engpass zwischen Hamburg, Hannover und Bremen.