Sorgerechtsstreit: Familiendrama

Mann tötet Sohn und sich selbst

Die Mutter hatte den Jungen über Weihnachten zu Besuch bei ihrem geschiedenen Mann gelassen.

München. Bei einem Familiendrama in München hat ein Vater während der Weihnachtstage zuerst seinen achtjährigen Sohn und dann sich selbst getötet. "Hintergrund der Tat ist offensichtlich ein Sorgerechtsstreit um den Sohn", sagte Polizeisprecher Markus Dengler am Mittwoch. Der Achtjährige wurde am Dienstag im Haus des Informatikers tot auf der Couch neben dem Weihnachtsbaum gefunden. Die Leiche des 43 Jahre alten Vaters lag im Bett des Sohnes.

Am ersten Weihnachtsfeiertag sollte der Achtjährige nachmittags zur im Raum Rosenheim lebenden Mutter zurückgebracht werden. Als dies nicht geschah und der Mann auch telefonisch nicht erreichbar war, habe die 41-Jährige die Polizei verständigt. Auf Klingeln und Klopfen habe bei dem Einfamilienhaus des Vaters niemand geöffnet. Die Beamten entdeckten aber durch ein Fenster das Kind reglos auf dem Sofa und ließen das Haus durch die Feuerwehr öffnen.

Bei der Durchsuchung wurde der 43-Jährige tot mit einer Plastiktüte über dem Kopf im Bett des Sohnes im ersten Stock gefunden. Er habe sich offenbar erstickt. In einer Mitteilung soll der Mann als Grund für die Tat den Streit um das Sorgerecht angegeben haben. Bei dem Kind wurden keine äußeren Verletzungen festgestellt. Eine Obduktion soll voraussichtlich nach den Feiertagen nähere Erkenntnisse über die Todesursache bringen.