Fußball: Ein Sportverein in Weihnachtsstimmung

Bescherung beim HSV

Na, da geht dem Profi-Kicker aber das Herz auf: Ein Wecker für Atouba, eine Nasendusche für David Jarolim und für Spielmacher Rafael van der Vaart gab’s sogar was Selbstgebasteltes.

Hamburg. Ironische Bescherung für Rafael van der Vaart: Sein provokanter Sommer-Wechselflirt mit dem FC Valencia hat dem Kapitän des Hamburger SV ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk eingebracht. Die Teamkollegen beim hanseatischen Bundesligisten überreichten dem niederländischen Fußball-Nationalspieler ein orangefarbenes Valencia-Trikot mit dem Schriftzug "Van der Verrat". Der 24-jährige Mittelfeldakteur reagierte gelassen auf das Präsent, das ihm seine Mitspieler bei der HSV-Weihnachtsfeier übergeben hatten. "Das ist Humor. Ich habe das Trikot aufgehoben", sagte der Niederländer der "Bild"-Zeitung.

Hintergrund: Im August hatte sich van der Vaart in seiner Hamburger Wohnung mit dem Trikot des FC Valencia ablichten lassen, um den damals von ihm beabsichtigten Wechsel zum spanischen Erstligisten zu forcieren. Von den HSV-Fans wurde der Profi, der die Aktion später als "Dummheit" bezeichnete, daraufhin als "van der Verrat" geschmäht. Die HSV-Verantwortlichen verurteilten das Trikot-Foto ebenfalls auf das Schärfste, gaben aber dem hartnäckigen Drängen van der Vaarts nicht nach. Mit Erfolg: In der Bundesliga-Hinrunde erzielte der HSV- Kapitän neun Tore und führte sein Team auf den dritten Platz.

Van der Vaart hat beim HSV noch einen Vertrag bis 2010. Im Jahr 2009 könnte der von ausländischen Vereinen umworbene Profi, den der HSV selbst gerne langfristig an sich binden und darüber mit ihm in der Winterpause verhandeln möchte, den Club für die festgeschriebene Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro verlassen. Bei einem Wechsel am Saisonende könnte der HSV eine erheblich höhere Ablösesumme erzielen.

Humor bewiesen die HSV-Profis mit ihren Geschenken bei zwei anderen Teamkollegen. So überreichten sie dem des öfteren unter Problemen mit seiner verstopften Nase leidenden tschechischen Mittelfeldmann David Jarolim eine Nasenspülung mit Meerwasser. Und Kameruns Nationalspieler Thimothee Atouba wurde mit einem Wecker ausgestattet - damit der Abwehrspieler künftig immer pünktlich ist.