Pakistan: Hunderte Verletzte

Dutzende Tote nach Zugunglück

Der Schnellzug befand sich rund 400 Kilometer nördlich von Karachi als mehrere Wagen aus den Schienen sprangen. Sabotage ist nicht auszuschließen.

Mehrabpur/Pakistan. Ein Zugunglück im Süden Pakistans hat mehr als 50 Menschen in den Tod gerissen. Bis heute Morgen wurden bereits 56 Leichen geborgen, wie die Rettungskräfte mitteilten. Mit weiteren Todesopfern wurde gerechnet, außerdem gab es etwa 150 Verletzte. Die Bergungsmannschaften mussten immer wieder schweres Gerät einsetzen, um Eingeklemmte aus den Trümmern des Zuges zu befreien.

Das Unglück ereignete sich in der Nacht gegen 2 Uhr Ortszeit (22 Uhr MEZ). Der Schnellzug befand sich auf dem Weg von der südlichen Hafenstadt Karachi nach Lahore im Nordosten des Landes. Unweit von Mehrabpur, rund 400 Kilometer nördlich von Karachi, sprang etwa ein Dutzend der insgesamt 16 Wagen aus den Schienen. Sie stürzten zumeist eine Böschung hinab und landeten in einem überschwemmten Feld. Ein Eisenbahnbeamter erklärte, der Unfall sei vermutlich auf ein defektes Gleis zurückzuführen. Dafür könnte Sabotage verantwortlich sein.

In völliger Dunkelheit war es für die Rettungskräfte sehr schwierig, sich ein klares Bild der Lage zu verschaffen, wie Dorfbewohner im Umkreis mitteilten. Viele Menschen waren auch Stunden nach dem Unglück noch in den zertrümmerten Waggons eingeschlossen und schrien um Hilfe. Der Zug war voll besetzt mit etwa 700 Fahrgästen, die zum islamischen Feiertag Eid ul Adha zu Angehörigen unterwegs waren. Darunter befand sich auch eine große Hochzeitsgesellschaft, die einen eigenen Waggon gebucht hatte.