Kofferbomber: Urteil im Libanon - Prozessbeginn in Deutschland

Zwölf Jahre für Jihad H.

Ein libanesisches Strafgericht hat einen der beiden "Kofferbomber" von Köln zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Unterdessen begann in Düsseldorf der Prozess gegen seinen mutmaßlichen Komplizen Youssef El H.

Beirut/Düsseldorf. Jihad H. hatte gestanden, gemeinsam mit seinem Landsmann Youssef El H. im Juli 2006 im Kölner Hauptbahnhof zwei Sprengsätze in Regionalzügen deponiert zu haben. Sein Anwalt kündigte an, in Berufung zu gehen.

Der Prozess gegen Youssef El H. begann am Dienstag vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf. Der 23 Jahre alte Libanese muss sich wegen vielfachen versuchten Mordes verantworten. Konstruktionsfehler hatten verhindert, dass die Bomben detonierten. Die Bundesanwaltschaft geht von einem islamistischen Hintergrund der Tat aus. Die Bomben seien als Reaktion auf die umstrittenen Mohammed-Karikaturen gelegt worden.


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Innenstaatssekretär August Hanning sagte am Dienstag im ZDF- "Morgenmagazin", von dem Prozess in Düsseldorf gehe "die Botschaft aus, dass die deutschen Sicherheitsbehörden wachsam sind". Allerdings ließen sich derartige Anschläge auch künftig nicht ausschließen. Hanning bekräftigte der Forderung, den Ermittlern die Möglichkeit zur Online-Durchsuchung von Computern zu geben. Die Kölner "Kofferbomber" hätten Anleitungen zum Bombenbauen aus dem Internet heruntergeladen. "Wenn wir rechtzeitig gewusst hätten, dass sie Bombenbau-Anleitungen heruntergeladen haben, hätten wir das möglicherweise eher erkennen können."