Bahn: Tarifstreit

Lokführer drohen mit Streiks vor Weihnachten

GDL-Chef Manfred Schell: „Es ist offenbar nicht mehr auszuschließen“

Laut Schell halte auch Mehdorn selbst neue Streiks für möglich. Eigentlich habe die Gewerkschaft aber nicht vorgehabt, vor Weihnachten und Sylvester die Arbeit niederzulegen.

Die größte Bahn-Gewerkschaft Transnet drohte für den Fall eines Scheiterns der Gespräche damit, selbst wieder für die Lokführer zu verhandeln. "Wir werden nicht warten, bis die GDL mit ihren Forderungen, die sehr differenziert sind, fertig ist", warnte Transnet-Chef Norbert Hansen.

Die Tarifverhandlungen, die nach massiven Streiks erst zu Wochenbeginn wieder begonnen hatten, waren zuletzt erneut ins Stocken geraten. Zu den Streitpunkten zählen die einheitliche Regelung der betrieblichen Altersversorgung und die Definition, wer alles zur Gruppe der Lokführer zählt. Mehdorn hatte am Mittwoch erklärt, er rechne kaum damit, dass bis Ende Januar ein Abschluss erreicht werden könnte. Das Spitzengespräch soll nun neue Bewegung in den Verhandlungen bringen.

Unterschiedliche Regelungen zur Betriebsrente würden nicht funktionieren, warnte Transnet-Chef Hansen. Er respektiere, dass die GDL den Tarifvertrag für die Lokführer aushandle. Im Gegenzug müsse die GDL aber anerkennen, dass Transnet und die kleinere Gewerkschaft GDBA die Tarifführung für das übrige Fahrpersonal hätten.

Bis zum Samstag soll nach bisheriger Planung geklärt werden, welchen Umfang der eigenständige Tarifvertrag der Lokführer haben soll. Die Einzelheiten zu Arbeitszeit und Entlohnung sollen danach verhandelt werden. Ein Sprecher der GDL sagte, Schell habe in einem Brief an Mehdorn um die Klärung einiger schwieriger Sachverhalte gebeten. Daraufhin sei das Gespräch vereinbart worden.