Bis zu 140 Bootsflüchtlinge kommen auf dem Weg in die EU ums Leben

Bis zu 140 Bootsflüchtlinge sind bei dem Versuch nach Europa zu gelangen ums Leben gekommen. Allein beim Untergang eines Bootes vor der westafrikanischen Küste starben möglicherweise mehr als 50 illegale Immigranten.

Die Afrikaner hatten von der spanischen Ex-Kolonie Westsahara aus auf die Kanarischen Inseln gelangen wollen. Dabei sei ihr Boot im Atlantik gekentert, wie die marokkanische Nachrichtenagentur MAP am Montag berichtete. Das Unglück ereignete sich vor der Hafenstadt Dakhla in der von Marokko annektierten Westsahara. Sechs Bootsinsassen konnten gerettet werden.

Bei einer zweiten Tragödie vor der Küste des westafrikanischen Landes Senegal starben bis zu 40 Afrikaner. Sie hatten sich nach Medienberichten an Bord eines Bootes befunden, das vor zwei Wochen mit insgesamt 130 Menschen im Süden des Senegals aufgebrochen, aber am vorigen Wochenende nördlich der Hauptstadt Dakar gestrandet war. Die 90 Überlebenden berichteten, dass die 40 Vermissten während der Überfahrt ums Leben gekommen seien. Die anderen Passagiere hätten die Leichen über Bord geworfen.

Auch an der türkischen Mittelmeerküste ertranken beim Untergang von zwei Booten mit illegalen Einwanderern mehr als 50 Menschen. Vor der Küste bei Izmir bargen Rettungshelfer und Fischer 48 Leichen, nachdem ein 15 Meter langes Boot vermutlich in schwerer See gesunken war. Nur sechs Menschen überlebten.

Durch die Türkei verläuft eine der Haupttransitrouten für Migranten auf dem Weg in die EU. Ein weiteres Boot mit sechs Flüchtlingen sank auf dem Weg von der Türkei nach Zypern. Drei Usbeken konnten von der Crew eines Fischerbootes gerettet werden, drei weitere Menschen werden vermisst. Der türkische Kapitän sei am Sonntag etwa zehn Stunden lang zurück an Land geschwommen. Er werde in einem Krankenhaus behandelt.