Fall Marco: Prozess-Fortsetzung am Freitag

Charlottes Anwalt drängt auf schnelles Urteil

Laut Rechtsanwalt des mutmaßlichen Missbrauchopfers lägen jetzt alle Akten vor. Am Freitag wolle er um eine zügige Entscheidung bitten.

Istanbul/Uelzen. Im Prozess gegen den deutschen Schüler Marco will der Anwalt des mutmaßlichen Missbrauchopfers Charlotte ein schnelles Urteil erreichen. Die Übersetzung der Aussage des britischen Mädchens werde am Dienstag zu den Akten kommen, sagte heute Rechtsanwalt Ömer Aycan. "Die Akten sind dann komplett. Nichts fehlt", sagte Aycan. Bei der Fortsetzung des Verfahrens am Freitag wolle er die Richter in Antalya deswegen um eine Entscheidung in dem Prozess ersuchen.

Dem 17-jährigen Marco aus Uelzen wird vorgeworfen, die 13- jährige Britin in den Osterferien in der Türkei sexuell missbraucht zu haben. Er bestreitet die Vorwürfe. Marco zufolge war es im Einvernehmen mit der 13-Jährigen zu Zärtlichkeiten in deren Hotelzimmer gekommen. Sie habe sich zudem als älteres Mädchen ausgegeben.

Dagegen sieht Aycan den deutschen Jugendlichen durch die Aussage seiner Mandantin schwer belastet. Charlotte wirft Marco demnach versuchte Vergewaltigung vor. Sie habe sich gegen Zudringlichkeiten gewehrt. Die Anwälte von Marco hoffen auf eine Freilassung aus der Untersuchungshaft. Seit mehr als sieben Monaten sitzt der 17-Jährige in der Türkei im Gefängnis. Das Gericht in Antalya hat mehrere Haftbeschwerden sowie einen Befangenheitsantrag gegen die Kammer abgelehnt.