Geheimdienste im Visier

Bush erinnert sich nicht an Vernichtung von Verhör-Videos

US-Präsident George W. Bush kann sich nicht erinnern, jemals über die die Existenz oder die Vernichtung von Videomaterial über die Verhöre mutmaßlicher Terroristen informiert worden zu sein. Das teilte eine Sprecherin des Weißen Hauses mit.

Washington. In der Affäre um zerstörte CIA-Videomitschnitte von Verhören mutmaßlicher El-Kaida-Terroristen hat das Weiße Haus betont, dass Präsident George W. Bush erst kürzlich informiert worden sei. Der Präsident habe "keine Erinnerung" daran, dass er schon früher von den Bändern oder deren Zerstörung gewusst habe, sagte Bushs Sprecherin Dana Perino nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN am Freitagabend (Ortszeit).

Bush sei erst am Vortag von CIA-Direktor Michael Hayden informiert worden. Der Präsident hatte vor wenigen Wochen die "harten" Verhörmethoden von Terrorverdächtigen verteidigt, aber Folter erneut bestritten. Politiker der Demokratischen Partei zeigten sich empört darüber, dass der Geheimdienst Bänder vernichtet hatte.

Die Aufzeichnungen zeigen nach Medienberichten Vernehmungen eines Vertrauten von El-Kaida-Chef Osama bin Laden sowie eines weiteren ranghohen Mitglieds des Terrornetzes. Nach den Worten von CIA- Direktor Hayden wurden die Mitschnitte vernichtet, um die Geheimagenten vor eventuellen Racheakten zu schützen.