Ohne Bewährung

Acht Monate Haft wegen Ausschreitungen in Mügeln

Das Amtsgericht Oschatz sah es als erwiesen an, dass er in der Nacht zum 19. August an der Hatz auf acht Inder beteiligt war.

Oschatz. Ein gutes Vierteljahr nach den fremdenfeindlichen Ausschreitungen im sächsischen Mügeln ist ein 23-Jähriger am Dienstag zu acht Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. "Der Angeklagte hat eine führende Rolle gespielt", sagte Richter Klaus Denk. Dabei habe er sich der Volksverhetzung und Sachbeschädigung schuldig gemacht. Das Urteil geht über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus. Diese hatte eine Bewährungsstrafe von zehn Monaten gefordert.

Der Richter sah zur Abschreckung für Nachahmer aber keinen Spielraum, die Strafe zur Bewährung auszusetzen. Das Gericht werde derartige Übergriffe nicht dulden. Die damalige Situation sei aufgeheizt und von Hass erfüllt gewesen. Es habe die Gefahr eines Pogroms bestanden, sagte Denk.

Bei der Attacke am Rande des Stadtfestes in Mügeln waren 14 Menschen verletzt worden, darunter alle Inder und zwei Polizisten. In einem ersten Prozess hatte das gleiche Gericht Ende November einen 18-Jährigen wegen Volksverhetzung schuldig gesprochen und 600 Euro Strafe verhängt.