Medizin: Weltaidstag am 1. Dezember

Zahl der Aidskranken in Hamburg gestiegen

In der Hansestadt leben derzeit 5200 Aidskranke und HIV-Positive. Mehr als 2000 Menschen sind bisher an der Immunschwäche gestorben.

Hamburg. Die Zahl der HIV-Infizierten steigt in Hamburg weiter an. Mit 187 Erstdiagnosen im Jahr 2006 bleibe die Zahl der festgestellten Neuerkrankungen hoch, sagte Gesundheitsstaatsrat Dietrich Wersich anlässlich des Weltaidstages am 1. Dezember. Durch bessere Behandlungsmöglichkeiten von HIV sei die Anzahl sexuell Aktiver mit einer HIV-Infektion gestiegen. "Dies erhöht das Übertragungsrisiko", erläuterte Wersich. In Hamburg leben derzeit 5200 Aidskranke und HIV-Positive. Mehr als 2000 Menschen sind bisher an Aids in Hamburg gestorben.

Die meisten HIV-Infizierten sind nach wie vor schwule oder bisexuelle Männer. Nur etwa zehn Prozent der mit dem Aidsvirus infizierten Menschen in Hamburg sind Frauen, sagte ein Behördensprecher. Weitere Ursachen für die hohe Zahl der Neuinfektionen sind nach Ansicht der Experten mangelhafte Schutzstrategien beim Sex unter Männern. Insgesamt sei die Risikobereitschaft wieder gestiegen.

Ein neues Beratungszentrum für Aids und andere sexuell übertragbare Krankheiten soll Themen "rund um die sexuelle Gesundheit" wieder mehr ins Bewusstsein rücken, sagte Wersich. Außerdem solle dort die Beratung der besonders aidsgefährdeten Gruppe von "Männern, die Sex mit Männern haben" ausgebaut und verstärkt werden werden. Das neue Zentrum solle insgesamt 330 000 Euro kosten, hieß es.

"Die Situation in Hamburg ist ernst, aber der Senat reagiert auf die aktuelle Entwicklung mit fragwürdigen Entscheidungen", meinte SPD-Gesundheitsexpertein Tanja Bestmann. 2006 sei bei der Aids- Prävention sogar noch gekürzt worden. "Aids lässt sich aber nicht wegkürzen", sagte die SPD-Politikerin. Besonders zweifelhaft sei die Zusammenlegung der Aids-Beratungsstelle am Bernhard-Nocht-Institut und der bisherigen Beratungsstelle für sexuell übertragbare Krankheiten. Dafür gebe es bis heute noch kein Konzept.

Am Vorabend (30. November) des Weltaidstages lädt die Aids- Seelsorge zu einem Gottesdienst in die Hauptkirche St. Petri ein. Die Predigt hält Bischöfin Maria Jepsen. Im Anschluss an den Gottesdienst ist ein Candle-Light-Walk durch die City geplant - zum Gedenken an die Opfer von Aids.