Türkei: Fall Marco

Charlottes Aussage liegt vor

Weil die in England aufgenommene Aussage des angeblichen Missbrauchsopfers bisher fehlte, hatte sich das Gericht immer wieder vertagt.

Hamburg. Im Fall des in der Türkei angeklagten Schülers Marco liegt nach Darstellung seines Anwalts dem Gericht nun die Aussage des angeblichen Missbrauchsopfers vor. Anwalt Michael Nagel sagte in der ZDF-Sendung "Johannes B. Kerner" am Dienstagabend, die Aussage der 13-jährigen Engländerin Charlotte sei im Original eingetroffen. "Jetzt muss es übersetzt werden. Jetzt können wir davon ausgehen, dass es auch in übersetzter Form am 14. Dezember vorliegen wird." An diesem Tag wird die Verhandlung gegen Marco fortgesetzt. Weil die in England aufgenommene Aussage von Charlotte bisher nicht vorlag, hatte sich das Gericht im türkischen Antalya immer wieder vertagt.

Nagel sagte zu der Aussage des Mädchens: "Ich hab ja auch ein Glaubwürdigkeitsgutachten erstellen lassen und das ist ziemlich eindeutig, ist im Ergebnis so, dass es die Vorwürfe gegen Marco nicht erhärtet und nicht bestätigt." Marco sitzt seit rund sieben Monaten in türkischer Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, die 13-jährige Britin in den Osterferien in der Türkei sexuell missbraucht zu haben. Er bestreitet die Vorwürfe.