Nach Todesfällen in Kanada

Elektroschock-Pistolen auf dem Prüfstand

Nach drei ungeklärten Todesfällen steht in Kanada der Einsatz von Elektroschock-Pistolen durch die Polizei auf dem Prüfstand.

Wie die "Vancouver Sun" am Dienstag berichtete, soll geklärt werden, ob die Beamten die sogenannten Taser vorschriftsgemäß einsetzen und ob zusätzliche Sicherheitsregeln für die Waffen nötig sind.

In Kanada sind innerhalb von sechs Wochen drei Männer nach Taser- Schüssen gestorben. Zuletzt kam in der Provinz British Columbia ein 36-Jähriger am Samstag ums Leben. Fünf Tage zuvor hatte die Polizei ihn wegen auffälligen Fahrens gestoppt und angesichts seines Widerstands erst mit Pfefferspray, dann mit einem Taser beschossen.

Mitte Oktober war ein polnischer Einwanderer am Flughafen von Vancouver gestorben. Wenige Minuten zuvor hatte die Polizei zwei Schüsse aus der Elektroschockpistole auf ihn abgegeben. Vergangene Woche starb ein 45-jähriger Kanadier im Gefängnis, ebenfalls nach einem Taser-Schuss. Insgesamt hat es seit Juli 2003 in Kanada 18 solcher Todesfälle gegeben, in den USA waren es 280 Fälle seit 2001.

In Deutschland werden die Waffen in mindestens acht Bundesländern bereitgehalten, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa ergab. Zwischen 2003 und Ende 2006 seien 97 Einsätze damit registriert worden, sagte der Leiter des polizeitechnischen Instituts an der Deutschen Polizeihochschule in Münster-Hiltrup, Hans Damm, am Dienstag. Todesfälle oder gesundheitliche Komplikationen seien in Deutschland nicht bekanntgeworden.