Betriebsrätekonferenz in Hamburg

Airbus-Chef kündigt radikale Maßnahmen an

Dem europäischen Flugzeugbauer Airbus stehen weitere Sparmaßnahmen bevor. Wegen des Kursverfalls des US-Dollars kündigte Konzern-Chef Thomas Enders nach Angaben eines Sprechers am Donnerstag „radikale Maßnahmen“ an. „Es gibt keine Tabus“, sagte Enders demnach im Rahmen einer Betriebsrätekonferenz in Hamburg.

Es gehe um die gesamte Wertschöpfungskette, auch um Outsourcing. Damit bestätigte der Sprecher einen Bericht von "Spiegel Online."

Über das aktuelle Sanierungsprogramm Power 8 hinaus müssten nun weitere Maßnahmen getroffen werden. Genaueres wird dem Sprecher zufolge in den kommenden Wochen entschieden. "Wir müssen überlegen, wo können wir einsparen, um profitabel zu bleiben", sagte Enders demnach. Dazu müssten alle großen Kostenblöcke auf den Prüfstand. Airbus müsse überlegen: "Wieviele Zukunftsinvestitionen können wir uns noch leisten." Dies bedeute jedoch keine Stellenstreichungen, betonte Konzernsprecher Tore Prang. Das Orderbuch sei voll.

Der Wechselkurs habe die Schmerzgrenze überschritten, und das Tempo des Dollar-Verfalls lasse vernünftige Anpassungsprozesse kaum noch zu, sagte Enders weiter. Bei der Planung des Sanierungsprogramms "Power 8" ging Airbus laut Prang von einem Eurokurs von 1,35 Dollar aus. Im September habe man sich auf den Kurs von 1,40 Dollar eingestellt. Die Europäische Zentralbank stellte am (heutigen) Donnerstag einen Referenzkurs von 1,48 Dollar gegen den Euro fest.

Das im Frühjahr auf Grund der A380-Krise beschlossene Sanierungsprogramm Power 8 sieht den Abbau von 10.000 Stellen sowie den Verkauf von sechs Werken vor. Derzeit werden unter anderem Partner oder Käufer für die Werke in Varel, Laupheim und Nordenham gesucht. Verzögerungen beim Airbus-Militärtransporter A400M und die Dollarschwäche haben den Mutterkonzern EADS in die roten Zahlen gezogen, so dass bereits weitere Sparmaßnahmen angekündigt wurden.