Journalist seit mehr als 19 Monaten im Irak inhaftiert

US-Truppen streben Klage gegen AP-Fotografen an

Die US-Streitkräfte wollen einen Prozess gegen den seit einem Jahr ohne Anklage inhaftierten AP-Fotografen Bilal Hussein vor einem irakischen Gericht anstrengen.

Die Streitkräfte informierten die AP darüber, dass sie eine schriftliche Beschwerde gegen Hussein einreichen wollten. Dem irakischen Gesetz zufolge wird dann ein Untersuchungsrichter entscheiden, ob Hussein angeklagt werden kann. Der 36-Jährige wurde am 12. April 2006 in der Stadt Ramadi gefangen genommen.

Der AP-Justiziar Dave Tomlin protestierte am Montag gegen die Pläne der US-Streitkräfte. Die Verteidigung werde im Dunkeln gelassen, da die Streitkräfte die Anschuldigungen und Beweise gegen Hussein nicht offenlegten, sagte er. "Während wir Hoffnung haben, dass es eine Lösung für Bilal Husseins lange Gefangenschaft gibt, so haben wir doch große Sorge, dass seine Rechte weiterhin ignoriert oder sogar gegen sie verstoßen wird", sagte AP-Präsident Tom Curley. Die US-Streitkräfte verweigerten ihm das Recht auf einen fairen Prozess. Tomlin verwies darauf, dass die Streitkräfte offenbar versuchten, ein Verfahren mit Hilfe von fragwürdigen Beweisen durchzusetzen.

Die US-Streitkräfte rechtfertigen Husseins Inhaftierung damit, dass sie ihn als Sicherheitsrisiko betrachten. So hieß es, er habe einem flüchtigen Scharfschützen falsche Papiere angeboten. Außerdem sei er mit der Kamera zur Stelle gewesen, wenn Aufständische Anschläge verübt hätten. Beweise legten sie nicht vor. Die AP fand keine Hinweise darauf, dass Hussein Kontakt zu Aufständischen hatte, und wies alle Anschuldigungen zurück.

Hussein ist seit mehr als 19 Monaten im Camp-Cropper-Gefängnis in der Nähe des Bagdader Flughafens inhaftiert. Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) protestierte gegen seine Gefangenschaft.