Südamerika:

Schweres Erdbeben erschüttert Chile

Der Erdstoß war noch in der fast 1300 Kilometer entfernten Hauptstadt Santiago zu spüren. Das Warnzentrum auf Hawaii gab vorübergehend eine Tsunami-Warnung heraus.

Santiago de Chile. Ein schweres Erdbeben hat Chile erschüttert. Nach Angaben des Geoforschungszentrums in Potsdam hatte das Beben die Stärke 7,8. Für die nähere Umgebung gab das Warnzentrum auf Hawaii vorübergehend eine Tsunami-Warnung heraus. Viele Menschen gerieten in Panik. Ob jemand zu Schaden gekommen ist, ist noch nicht bekannt.

Das Beben ereignete sich um 16.40 Uhr in einer Tiefe von 60 Kilometern. Das Zentrum liegt den Angaben zufolge etwa 170 Kilometer nördlich der Hafenstadt Antofagasta, die von einer Wüste umgeben ist. Antofagasta hat ungefähr 300 000 Einwohner. Chiles Hauptstadt Santiago de Chile ist mehr als 1000 Kilometer von dem Beben entfernt.

Etwa 100 Kilometer westlich des Epizentrums liegt die Stadt Calama. In der Region befinden sich viele große Kupferminen. Aus Sorgen vor größeren Schäden an den Minen zog der Kupferpreis an den internationalen Rohstoffmärkten an.

"Es ist ein Erdbeben von schlimmer Stärke", sagte die Direktorin der nationalen Sicherheitsbehörde, Carmen Fernßndez. Sie lobte die Stadtverwaltung von Antofagasta für ihre "gute Reaktion".

Das chilenische Fernsehen zeigte Bilder von völlig verängstigten Menschen, die orientierungslos durch die Straßen liefen. Vor einem Hotel war ein Vordach auf mehrere Autos gestürzt, die völlig zerstört wurden. Andere Schäden waren jedoch zunächst nicht zu sehen. Im Norden Chiles bebt die Erde sehr oft, und die Menschen wissen, wie sie sich zu verhalten haben.

Die Behörden versuchten unterdessen, die Angst vieler Menschen vor einem Tsnuami zu zerstreuen. Da das Zentrum des Bebens im Landesinneren in einer Tiefe von 60 Kilometern Tiefe gelegen habe, gebe es keine Gefahr einer Flutwelle an der Küste.