Anschlag in Afghanistan - Keine Deutschen betroffen

Bei einem Selbstmordanschlag im nordafghanischen Kommandobereich der Bundeswehr sind am Samstag nach afghanischen Angaben der Attentäter und ein afghanischer Zivilist ums Leben gekommen.

Kabul/Potsdam. Bei einem Selbstmordanschlag im nordafghanischen Kommandobereich der Bundeswehr sind am Samstag nach afghanischen Angaben der Attentäter und ein afghanischer Zivilist ums Leben gekommen. Nach Angaben des Verwaltungschef der Provinz Kundus, Engineer Mohammed Omar, war der Täter einem Konvoi der Bundeswehr gefolgt. Er habe sich mit seinem Fahrzeug etwa 40 Meter entfernt in die Luft gesprengt. Die Bundeswehr dementierte, dass deutsche Soldaten Ziel eines Anschlags in der Provinz Kundus gewesen seien.

"Bei dem durch die afghanischen Sicherheitskräfte gemeldeten Anschlag vom Samstag östlich der Stadt Kundus sind keine deutschen Soldaten betroffen", betonte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam. "Deutsche Kräfte sind ständig im Raum Kundus präsent, waren aber nicht in der Nähe", versicherte der Sprecher.

Der Polizeichef der Provinz Kundus, Ajub Salangi, teilte mit, afghanische Sicherheitskräfte hätten versucht, den verdächtigen Wagen zu stoppen. Salangi konnte nicht bestätigen, dass die Deutschen tatsächlich Ziel des Angreifers waren.

Die radikalislamischen Taliban erklärten, sie hätten den Anschlag verübt. In einer Erklärung der Extremisten war von angeblich acht getöteten oder verwundeten deutschen Soldaten die Rede.

Zuletzt waren im Mai drei Bundeswehr-Soldaten bei einem Selbstmordanschlag der Taliban auf einem Markt in Kundus getötet worden. Die Taliban haben in diesem Jahr bereits mehr als 130 Selbstmordanschläge verübt. Bei Kämpfen und Anschläge starben in Afghanistans bislang insgesamt 5700 Menschen.