Zehneinhalb Jahre Haft für zweifachen Vergewaltiger gefordert

Für die Vergewaltigung von zwei Frauen soll ein 50 Jahre alter Mann nach dem Willen der Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von zehneinhalb Jahren verbüßen.

Zudem forderte der Anklagevertreter in seinem Plädoyer am Mittwoch vor dem Hamburger Landgericht die Unterbringung des Mannes in einer psychiatrischen Klinik. Der 50-Jährige hatte gestanden, im Juli 2003 und dann wieder im April jeweils frühmorgens in die Erdgeschoßwohnungen seiner Opfer in Hamburg-Eimsbüttel eingedrungen zu sein und die Frauen dann vergewaltigt zu haben. Der Mann, der 1995 bereits wegen sexueller Nötigung zu einer Haftstrafe verurteilt worden war, räumte auch den massenhaften Besitz von Kinderpornos auf seinem Computer ein.

"Abgesehen von einem Tötungsdelikt kann man sich kaum eine schlimmere Straftat vorstellen", sagte der Staatsanwalt zu den Vergewaltigungen. Der Angeklagte hatte seine beiden Opfer vor den Taten beobachtet. In einem Fall hatte er längere Zeit unter dem Bett der Frau auf sie gewartet und sie dann im Schlaf überrascht. Der 50-Jährige maskierte sich bei den Vergewaltigungen und bedrohte die jungen Frauen mit einem Messer oder einem Elektroschocker. Ein Gutachter hatte ihm eine verminderte Steuerungsfähigkeit bescheinigt.

Die beiden Opfer leiden noch heute stark unter den Taten. Die Nebenklage verlangte daher eine zwölfjährige Haftstrafe und zudem eine Unterbringung für den Angeklagten. Der Verteidiger hielt eine Haftstrafe von fünf Jahren für angemessen. Das Urteil soll an diesem Freitag verkündet werden.