Türkei: Fall Marco W.

Haftbeschwerde erneut abgelehnt

Im Fall des in der Türkei inhaftierten Schülers Marco W. aus Uelzen ist zum zweiten Mal eine Haftbeschwerde der Anwälte abgelehnt worden. Nun wollen die Anwälte wie geplant den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg anrufen. Der Vorsitzende Richter in Antalya soll unterdessen die Entbindung von dem Prozess beantragt haben.

Hannover. Die Anwälte hatten Beschwerde gegen die schon mehr als ein halbes Jahr dauernde Untersuchungshaft eingelegt und zugleich einen Befangenheitsantrag gegen das Gericht gestellt. Sie wollen nun wie geplant den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg anrufen.

Über den Befangenheitsantrag sei noch nicht entschieden worden, sagte Waldraff. Der 17-jährige Marco W. sitzt seit dem 12. April in der Türkei in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, im Türkeiurlaub eine 13-jährige Engländerin sexuell missbraucht zu haben. Marco W. hat erklärt, er habe nur einvernehmlich Zärtlichkeiten mit dem Mädchen ausgestaucht, dass sich ihm gegenüber als älter ausgegeben habe.

Laut Recherche von "stern.de" will der Vorsitzende Richter im Prozess gegen Marco das Verfahren abgeben. Abdullah Yildiz habe beim nächsthöheren Gericht seine Entbindung von dem Prozess beantragt, Marcos Anwälte wollten die Informationen des Online-Magazins zunächst nicht kommentieren.