Mehdorn fordert gesetzliche Schranken für Spartengewerkschaften

Im Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL hat Bahnchef Hartmut Mehdorn die Regierung zum Eingreifen aufgefordert. Der Bund solle die Macht kleiner Spartengewerkschaften gesetzlich einschränken, so die Forderung.

Hamburg. Im Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL hat Bahnchef Hartmut Mehdorn die Regierung zum Eingreifen aufgefordert. Der Bund solle die Macht kleiner Spartengewerkschaften gesetzlich einschränken, schrieb Mehdorn laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel und den Aufsichtsrat des Unternehmens.

Die Bahn sei mit einem Arbeitskampf konfrontiert, in dem ein eigenständiger Tarifvertrag für die Berufsgruppe der Lokomotivführer durchgesetzt werden solle. Dies hätte eine Spaltung der Belegschaft und eine schwer zu beherrschende Tarifvielfalt zur Folge, die über kurz oder lang auch auf andere Wirtschaftszweige übergreifen würde.

Um eine solche Entwicklung zu verhindern, schlägt der Konzernchef dem Bericht zufolge "einen Ordnungsrahmen zum Erhalt der Tarifeinheit am Standort Deutschland" vor. Ziel müsse es sein, dass in einem Betrieb immer nur die Bestimmungen eines Tarifvertrages anwendbar sein sollen. Andernfalls könne die in Deutschland seit Jahrzehnten bewährte Sozialpartnerschaft und damit ein bedeutender Standortvorteil Schaden nehmen.

Unterdessen erhöht die Wirtschaft den Druck auf Bahn und Lokführergewerkschaft, sich nach dem Urteil des Landesarbeitsgerichtes Chemnitz rasch zu einigen. "Die Lokführergewerkschaft muss mit ihrer neuen Stärke verantwortungsvoll umgehen", sagt der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Ludwig Georg Braun, dem Magazin. Zugleich solle die Bahn AG ausloten, was machbar sei, um einen Kompromiss zu erzielen.

( AP )