Lübeck: Einbußen bei Vorzeige-Unternehmen

Dräger gibt Gewinnwarnung heraus

Der Medizin- und Sicherheitstechnikhersteller begründete die Warnung mit Problemen im Medical-Geschäft auf dem US-Markt.

Lübeck. Nach den bisherigen Zahlen liege das Ergebnis vor Zinsen und Steuern nach dem dritten Quartal mit 70,3 Millionen Euro um 6,3 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres, teilte das Unternehmen mit. Verantwortlich dafür sei das geringere Wachstum des Medical-Geschäfts in den USA. Dieses Defizit könne auch durch das Wachstum des Geschäftsbereichs in den übrigen Regionen und die positive Entwicklung des Geschäftsbereichs Safety voraussichtlich nur zum Teil kompensiert werden, sagte ein Sprecher der Drägerwerk AG am Stammsitz in Lübeck.

Die ursprünglich bereits für 2006 angekündigte Einführung des neuartigen Systems zur Patientenüberwachung und -therapie "Infinity ACS" wird sich nach Angaben des Unternehmens verzögern. Es seien weit intensivere Qualitätsmaßnahmen erforderlich, als ursprünglich angenommen, sagte der Vorstandsvorsitzende Stefan Dräger. Deshalb habe der Vorstand beschlossen, 2008 zusätzliche Mittel in die Entwicklung zu investieren. "Dräger macht bei der Qualität keine Kompromisse", sagte er.

Die Probleme auf dem US-Markt begründete Finanzvorstand Hans-Oscar Sulzer damit, dass es Dräger Medical noch nicht im gewünschten Maß gelungen sei, sich mit dem gesamten Spektrum der Medizintechnik im US-Markt zu etablieren. Daher werde die Vertriebsorganisation für Nordamerika umstrukturiert; es habe dort bereits Veränderungen im Management gegeben. Man rechne damit, dass die eingeleiteten Maßnahmen Ende 2008 griffen, sagte Sulzer.

( dpa )